Vor der Wahl
von Heinz Erdferkel
„Opa Hermann, gibt es bald wieder Wahlen? Ich habe überall die Plakate gesehen.“
„Ja.“
„Und darf ich auch wählen?“
Opa Hermann streichelte das gefährliche Piratenschaf auf den Kopf und band ihm seine Klappe auf das andere Auge. „Sieh mal…”, er räusperte sich und startete neu.
„Schau mal, das ist so: Die Schafe haben nun mal den Ruf, etwas genetisch belämmert zu sein. Und die Menschen sind da vorsichtig, weil sie auf gewisse Wähler-Merkmale abzielen.“
AMOS verstand nichts. „Ja dürfen Löwen denn dann wählen?“
Opa Hermann sah ihn an. „Nein – die nicht und auch keine anderen Tiere, wie Affen und Schnecken…“
„Aber wieso hängen denn da so viele Plakate mit lächelnden Menschen-Köpfen? Es gibt doch Teils viel schönere Tiergesichter.“
Opa Hermann grinste und hüstelte etwas. „Versteh das doch mal. Die Politiker wollen halt nichts riskieren. Daher verändern sie vorbehaltlich nichts. Und heraus kommt…“
AMOS unterbrach ihn mit hoch rotem Kopf.
„Belämmerung?“