AMOS und Fragen ans Leben – Teil 1

von Moni Rellmann-Pickler

„Opa Hermann, Opa Hermann!“ In heller Aufregung kippte das gefährliche Piratenschaf beinahe seine Kakao-Tasse um. Sein Freund legte die Zeitung beiseite und sah ihn beruhigend über den Rand der Lesebrille an.

„Opa Hermann, die große Schwester der kleinen Nele hat etwas ganz schlimmes, worunter die ganze Familie leidet. Es hat etwas mit Pup zu tun.“

Der alte Mann erhob sich von seinem Küchenstuhl, verschränkte die Arme und schaute nachdenklich aus dem Fenster auf den Hof, wo gerade eine Krähe irgendetwas untersuchte. Dann neigte er den Kopf, kratzte sich am Kinn.

„AMOS, wenn es das ist, dann ist es gar nicht so erfreulich. Es gibt im Ort einen Irischen Pub, wo geraucht wird und man Starkbier bekommt. Das wird aber mit a ausgesprochen, also wie Pap. Wenn Neles Schwester sich da herumtreibt, dann verstehe ich schon die Aufregung in der Familie. Das ist ganz und gar nicht witzig.“

Mit glühenden Wängelchen schubste AMOS ihn an. „Nein, das ist es nicht“, stampfte er mit einem Huf auf die Küchendielen. „Ich sagte doch, dass es etwas mit Puuup zu tun hat.“ Beleidigt sah er nun auch zur Krähe.

Lachend setzte Opa Hermann sich wieder hin und nahm sich zusammen, versuchsweise ernsthaft zu wirken. „Jetzt weiß ich: Sie ist in der Pubertät. Ja, dass ist Teils ganz schön haarig für den Eltern und Schwesterchen.“

Verständnislos blickte AMOS ihn an.

„Also. So nennt man die Entwicklungszeit, wo heranwachsende Jungs, Mädchen sowie auch Schafe und andere Tiere rein, aber auch wieder heil heraus kommen. Danach könnten sie theoretisch Babys bekommen, oder halt machen. Derlei ist aber völlig normal und gehört zum Leben.“

Das gefährliche Piratenschaf hatte völlig verschämt und peinlich berührt seinen Blick auf den Fußboden gesenkt.

„Und was hat das nun mit Pup zu tun?!“

Kategorie: Fragen ans Leben
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Veröffentlicht durch: Mischar Jung um 22:28 Uhr

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