AMOS im Krimiland – Teil 4
von Caja Schwetters
„AMOS, wie weit bist du mit deinem Krimi?“
Das gefährliche Piratenschaf blinzelte mit verrutschter Augenklappe, die auf die andere Seite gebunden werden musste.
„Zumindest bin ich schon ziemlich aufgeregt, denn alles ist so entsetzlich spannend.“
„Also, damals in den frühen Fünfziger Jahren gab es noch nicht so viel Geld, wie später und da trug sich im Nettetal an der holländischen Grenze folgende Geschichte zu. In unregelmäßigen Abständen kam ein Mann rüber nach Nordrhein-Westfalen und hatte immer einen großen Sack auf dem Fahrrad, was er vorsichtig schob. Immer wieder wurde er gefragt, ob er etwas zu verzollen hatte und stets zeigte er schweigend auf den Sack. Dieses Spielchen ging über Jahre und die Zöllner schütteten jeweils den Sack aus, worin sich immer Sand befand. Man untersuchte erst mit der Lupe, dann mit dem Mikroskop, roch daran, versuchte zu schmecken und schickte schließlich Proben ein. Aber es war und blieb Sand – nur Sand, in dem auch nichts versteckt war. Dennoch hörte man nie auf, alles zu überprüfen und die Jahre gingen dahin. Irgendwann waren die Zöllner im Ruhestand und saßen mit dem ebenfalls alt gewordenen Mann in einer Kneipe beim Bier, prosteten sich freundschaftlich zu, gaben ihm auch noch einen Genever aus.
„Nun sage doch mal. Es ist doch auch schon so lange her. Was war nun mit, oder in dem Sand?!“
Der Mann hob sein leeres Schnapsgläschen hoch, was sofort wieder gefüllt wurde und begann leise und grinsend zu sprechen, wobei es die pensionierten Zöllner vor Spannung kaum aushielten.
„Also. Der Sand war völlig unschuldig. Ich habe nur Jahre lang viele Fahrräder geschmuggelt.“
Das gefährliche Piratenschaf war vor Aufregung von der Küchenbank gerutscht. „Und die hatte er also jeweils in dem Sack transportiert?!“