AMOS und die Paten
von Per Inradi
„Also, der Ursprung des Begriffs Pate kommt aus dem Lateinischen, genauer von Pater spiritualis und so weiter. Aber warum willst du das denn so genau wissen?“
AMOS nahm noch einen kräftigen Schluck Kakao und lehnte sich zurück. Mit gewichtiger Miene legte er den rechten Huf auf den Tisch und begann bedächtig zu berichten.
„Vor Weihnachten werden doch immer viele Paten gesucht – stimmt doch? Da fallen Klappkarten aus der Zeitung, es gibt Anzeigen, Briefe hat man uns geschickt und im Fernsehen sah ich es doch auch schon.“
Opa Hermann sah das gefährliche Piratenschaf über den Rand seiner Brille nachdenklich an.
„Richtig. Jedes Jahr, besonders vor Weihnachten, immer wieder und für alles mögliche. Aber wie kommst du jetzt überhaupt darauf?“
Wissend grinsend reckte AMOS sein Köpfchen mit der verrutschten Augenklappe in die Höhe.
„Na, ich will halt einer werden.“
Der väterliche Freund verstand nicht so recht.
„Gewiss sind Paten immer Leute mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Sie helfen anderen und…“
„So einer will ich werden,“ fiel ihm AMOS ins Wort „und ich habe mir das Filmplakat vom Paten genau angeschaut. Marlon Brando sieht da sehr piratig aus, auch wenn er keine Augenklappe trägt.“