AMOS und das arme kleine Kätzchen

von Thea Bretten

„Du, AMOS…“ Opa Herrmann goss sich unter dem strafenden Blick des Freundes einen Magenbitter ein. „Guck nicht so streng. Ich habe gerade etwas komisches erlebt. Da fragt mich doch so ein niedliches dreijähriges Mädchen, was es mal wird, wenn es erwachsen ist : Ein Mann oder eine Frau. Das kann man ja heute auch nicht mehr so einfach beantworten.“

Das gefährliche Piratenschaf dachte kurz nach. „Frau! Ich würde sagen, dass die Kleine eine Frau werden müsste.

Aber ich habe eben auch etwas erlebt. Da bellte etwas so ganz zaghaft und hell. Was mochte das nur sein? Ich ging also um die Ecke und da versuchte ein kleines Kätzchen zu bellen. Als fragte ich, was das denn soll und es meinte, es sei ein großer böser Hund.

‚So ein Blödsinn,’ sagte ich ihr ins Ohrchen. ‚Bist du nicht zufrieden, dass du ein hübsches Kätzchen bist und willst nun wirklich, dass ich glaube, du wärest ein großer böser Hund, so mit struppigem Fell und großen Zähnen?’“

„Das hast du wirklich zu dem armen Kätzchen gesagt?“ Opa Hermann goss sich noch einen zweiten Magenbitter ein. „Und was hat es dann gemeint?“

„Es hat ein bisschen geweint, aber ich habe es dann doch getröstet. Wieso fragst du?“

„Na ja – du bist ja auch ein gefährliches Piratenschaf, aber das ist ja wohl etwas völlig anderes. Oder?!“

AMOS war auf die Küchenbank gestiegen und schaute aus dem Fenster, nicht ohne zuvor mit dem rechten Fuß aufzustampfen.

„Genau, das ist schließlich etwas völlig ganz anderes!“

Kategorie: Geschichten
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Veröffentlicht durch: Mischar Jung um 19:00 Uhr

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