AMOS und die Ring-Fahndung
von Jolante Beek
Das hellblaue Blinklicht dreier Streifenwagen verwandelte die Abenddämmerung in eine sehr gespenstische Szene.
„Dahinten ist ein Unfall.“
Das gefährliche Piratenschaf zuckte zusammen und duckte sich tief in den Fahrradanhänger.
„Nein, ich muss mich korrigieren. Es ist Gottlob kein Unfall, aber es sieht nach einer Ring-Fahndung der Polizei aus.“
„Dann hat jemand einen wertvollen Ring gestohlen?“
Zwei Beamten traten herbei und rückten die Mützen zurecht.
„Moin, Moin. Wo wollen sie hin? Können sie sich ausweisen?“
Opa Hermann schüttelte den Kopf, weil er seinen Ausweis immer in der Brieftasche verwahrte, die immer im schwarzen Sonntagsanzug steckte.
„Ich bin AMOS, ein gefährliches Piratenschaf. Haben die Herren zufällig meine lieben Piratenfreunde gesehen?“
Automatisch griffen die Angesprochenen zum Funksprechgerät.
„Sehr verdächtige Personen gestellt. Es scheinen sogar Piraten beteiligt zu sein. Schickt schnell Verstärkung und einen großen Wagen. Wir versuchen sie aufzuhalten. Bereitet auch schon mal die erkennungsdienstliche Behandlung vor. Es sieht ganz so aus, als sei Gefahr im Verzug!“
Schnell erschienen noch mehrere Polizisten, die wild durcheinander liefen.
„Hände auf den Fahrradlenker – nicht bewegen, hierhin gucken. Was ist da unter der Plane auf dem Fahrradanhänger? Finden wir etwa Rauschgift? Es ist eine Kiste Pils und … wartet einmal … Das sieht wie Kakao aus … Frage doch mal den Einsatzleitenden, ob wir die zwei nicht doch laufen lassen sollten.“
Da dieser wohl nichts dagegen hatte, winkte man das Fahrradgespann mit den Verschüchterten beiden durch.
AMOS drehte sich noch einmal um.
„… und wir wünschen ihnen, dass sie den Ring auch schnell finden …!“