AMOS und der schwarze Gärtner
von Lydia Krapp-Kubella
„Da – er war wieder da und hat uns die Dachrinne sauber gemacht. Das haben wir gar nicht mitbekommen, oder hast du etwas bemerkt?“
AMOS sah Opa Hermann fragend an.
„Na, der schwarze Gärtner. Nun brauche ich die Leiter nicht mehr zu holen. Alles, was in der Dachrinne lag, brauchen wir nun nur noch zusammenzukehren.“
„Opa Hermann! Zunächst darfst Du doch nicht so abfällig über Leute aus Afrika sprechen. Die vermissen ihre Heimat doch genau so, wie ich meine lieben Piratenfreunde vermisse. Und dann ist es doch schön, wenn sie einen so guten Beruf, wie den des Gärtners, ausüben können.“
Der alte Bergmann lachte.
„Nein, so verhält es sich nicht. Das hast Du völlig falsch verstanden. Da war niemand aus Afrika in der Dachrinne.“
Nun stampfte das gefährliche Piratenschaf mit dem rechten Huf feste auf und schimpfte ganz laut.
„Hast Du nicht immer gesagt, man darf keine Schwarzarbeiter beschäftigen? Das ist doch verboten und wenn wir schon im Internat, ich meine im Internet sind, dann müssen wir uns doch erst recht sehr ordentlich benehmen. Wie konntest Du das nur machen? Ich glaube, ich finde das überhaupt nicht gut. Nein – so was auch!!“
„Halt mal ein, AMOS. Da ist er wieder. Da in der Dachrinne!“
AMOS konnte nichts erkennen, bis Opa Hermann ihn hoch hob.
„Es ist eine Amsel, die ab und an in der Dachrinne Nahrung sucht. Dabei wirft sie immer den Modder runter, der sich da angesammelt hat. Weil sie uns damit einen so guten Dienst erweist, lege ich ihr auch etwas gewürfelten Käse hin. Nun weißt Du, wen ich den ‚Schwarzen Gärtner’ nenne.“