AMOS und die journalistische Ethik
von Margarete Bülzinger-Fenglow
„Nein, die journalistische Ethik ist nichts zum Essen. Darunter versteht man, dass man die Pressefreiheit so einsetzen soll, dass sie nicht Mittel zum Zweck für einseitige Interessen wird.“
Opa Hermann nickte beeindruckt der Redakteurin der Lokalzeitung zu, die es nun vorzog, die Kraft des Schweigens dramaturgisch wirken zu lassen. Das gefährliche Piratenschaf indes hatte nichts verstanden und schaute aus dem Fenster, ob da nicht jemand bekanntes vorbei kam.
„Und wie kommt dieses Tierchen dazu, uns einen Hinweis zu einem Skandal-Artikel zu geben? Hier, sehen die Headline:
Gefährliches Piratenschaf beißt ahnungslosen Politiker ins Holzbein?
Ihr beide werdet doch auch so bekannt, ohne dass ihr diese Tricks anwenden müsst. Und nun möchte ich in Ruhe meiner Arbeit nachgehen, denn der Schützenverein hat schließlich bald Jubiläum.“
Draußen auf dem Fahrradanhänger schubste AMOS sanft seinen väterlichen Freund.
„Opa Hermann, du hast doch selbst oft gesagt, dass die von der Zeitung oft nicht wissen, was sie schreiben sollen. Dann hatte ich einfach diese Idee. Dabei habe ich es auch genau gesehen. Die Frau war sehr streng und schimpfte, aber du hast heimlich gegrinst.“