AMOS und die Agfa-CLACK

von Fiona Midsomer

„Ja – Sonntags zur Zeit des wüsten Rock’n’Roll war es für mich oft fürchterlich.“

„Oooch – ich denke, da gab es doch sicher auch Kaffee und Kuchen?“

„Sicher, jedoch vorher gingen wir im Park mit Oma spazieren. Ich musste meinen Kommunionsanzug tragen, ganz gesittet gehen und hatte um den Hals den neuen Fotoapparat von Onkel Werner hängen. So einen bekam manches Kommunionskind – eine in ziegelrotem Plastik verpackte viereckige Agfa-Clack.

Nun sollten die Anderen auch mitbekommen, dass man so etwas Tolles besaß.“

„Und was hast du damit fotografiert? Etwa hübsche Rock’n’Roll-Mädchen in wippenden Pettycoats?“

„Blödsinn! Oma und Mama beim Entenfüttern. Die Fotos wurden danach in ein Album geklebt und eigentlich nie wieder angeschaut. Dann zeigte meine Mutter auch immer auf schmuddelige Kinder, die zwischen uns herumliefen, mit den Worten: ‚Schau her – das sind arme Kinder. Ihre Eltern haben sie nicht fein angezogen und gehen auch nicht mit ihnen Im Park spazieren.’

Oh wie gern wäre ich damals so ein „armes Kind“ gewesen…“

Das gefährliche Piratenschaf schob ihm einen Kaffeebecher hin. Damals galten wenigstens noch Zucht und Ordnung, Ehrfurcht vor den Eltern und Alten.

„Opa Hermann“, er sah ihn ganz lieb an und legte seinen linken Huf auf seinen linken Arm. „Opa Hermann, kann es denn nicht daher sein, dass viele in deinem Alter so eine große Macke haben?“

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