AMOS und die Ordnung vor der Kasse
von Christa Schleywickla
Sein Herzchen pochte.
Das Sonderangebot an Kakaotrunk in Tüten war ungewohnt preisgünstig.
Mit dem Fünf-Euro-Schein im Maul stapelte er schnell ganz viele Packungen in den Einkaufswagen, welchen er in tiefer Befriedigung den Gang durch die Regalgasse entlang geradewegs in Richtung Kasse schob.
„Aus dem Weg! Ich komme von rechts!“ Unsanft rammte ihn von rechts der hoch beladene Einkaufswagen eines grimmig dreinschauenden bulligen Seniors.
AMOS wollte gerade sagen, dass er doch ein gefährliches Piratenschaf sei und der Gang gerade auf die Kasse führte, aber der Geldschein zwischen seinen Zähnchen hinderte ihn daran.
„Weg da – ich stand schon länger auf der anderen Seite!“ Ein zweiter älterer Herr drückte sich dreist vor und blickte den von rechts gekommenen biestig grinsend an.
„Dumm gelaufen – oder? Was hatten wir denn für einen Dienstgrad – oder haben wir nur die Verkehrsbehörde mit unserer Anwesenheit verschönt?“
„Was? Du Lump! Rechts hat immer Vorfahrt!“ sprachs schnaubend und schob den anderen Wagen barsch zur Seite.
Seinen Sieg konnte er nur kurz genießen, weil der andere ihm Porree und Spaghetti über den Kopf haute.
Die anderen Kunden lachten und klatschten, als dann der Wagen des anderen umgestoßen wurde, die Lebensmittel auf den Gang rollten und sich der Rotwein aus zwei Flaschen langsam in den Gang ergoss. Ein ängstliches Kind fragte seine Mutter, ob das nun zwei Cowboys oder Räuber seinen, aber die Mutter blieb die Antwort schuldig.
Der so gedemütigte Kunde packte seinen Kontrahenten und schob ihn in ein Regal, wo gleich mehrere Gläser mit Früchten und Gewürzen heraus plumpsten und dann begann eine tollpatschige Schlägerei der ulkigen Art.
AMOS war mittlerweile um sie herum an der Kasse angekommen und mühte sich mit einem Umpf, Umpf,Umpf mitzuteilen, dass man ihm seinen Geldschein aus dem Maul nehme und den Kakao davon abzog.
Die Polizei war informiert und mehrere Kassiererinnen, sowie der Marktleiter liefen durcheinander, schubsten AMOS in Richtung Ausgang.
„Du sollst das Geld nicht essen, sondern deinen Kakao davon bezahlen.“ Opa Hermann packte alles in den Fahrradanhänger und hievte das gefährliche Piratenschaf dazu. „Gab es das denn heute da drin umsonst?!“
„Es war ganz schlimm. Da waren Cowboys drin … oder Räuber!!