AMOS und das Sommerloch

von Thea Bretten

Nein, der väterliche Freund tat so, als habe er nichts gesehen, während AMOS ein langes Seil auf den Anhänger des alten Fahrrades wuchtete. Immer, wenn dieser zu ihm hin schaute und seinen Blick suchte, wandte er sich ab. Schließlich war die Augenklappe ganz verrutscht und der Kleine musste sich erst mal ins Gras setzen.

Opa Hermann trat näher.

„Ich soll Dir jetzt nicht nur das Ding auf die andere Seite binden, sondern auch noch fragen, wofür wir bei unserem Ausflug zum Supermarkt ein langes Seil brauchen?“

Mit einem ärgerlich verzogenen Schnütchen stampfte AMOS mit dem Rechten Huf kräftig auf.

„Na, blöd bin ich ja nun auch nicht! Ich höre auch schon mal allein Radio – und nicht nur Musik! Natürlich auch Musik – und davon am liebsten Oldies, aber die hörst Du ja auch gern.“

„AMOS – komm bitte endlich zur Sache. Ich will endlich los fahren…“

Nun stampfte der gefährliche kleine Held auch noch mit dem anderen Huf.

„Wie gesagt – halt eben nicht nur Musik, sondern auch, was die sonst noch so erzählen, weißt Du? Gestern sagten sie jedenfalls, dass viele Leute jetzt schon Opfer des Sommerloches geworden seien. Sollten wir nun da auch noch rein fallen, dann haben wir wenigstens ein Tau dabei.“

Opa Hermanns verborgenes Grinsen hatte er dennoch mitbekommen und weinte etwas vor Wut.

„Hey – nicht böse sein. Es ist nicht so gemeint… Ich wollte nur ergänzend sagen, dass wir für diesen Fall auch noch etwas Kakao mitnehmen sollten, falls das Loch doch größer ist.“

So schnell konnte er gar nicht gucken, wie das gefährliche Piratenschaf zwei Six-Pack holte.

Kategorie: Geschichten,Zeitspiegel
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Veröffentlicht durch: Mischar Jung um 06:57 Uhr

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