AMOS und die durchgängige Höflichkeit

von Serafiné J. Odessa

„Höflichkeit ist eine Zier …doch weiter kommt man ohne ihr.“

Opa Hermann sah das gefährliche Piratenschaf streng mit pädagogisch gehobenen Augenbrauen an.

„Derlei, Du gefährlicher Zeitgenosse, möchte ich nie wieder hören – haben wir uns da verstanden? Die Welt mag schlecht sein und wir beide sind eben mit anderen Werten anders! Okay – wir setzten bessere Zeichen als Vorbilder.“

Die Schamesröte kroch AMOS den Kiefer hoch und erreichte die unteren Löckchen.

Etwas darauf zu antworten, wagte er nicht – er wollte alles abkühlen lassen, denn schließlich war er ja auch ein wenig clever.

„Schau hier…“ Opa Hermann zeigte auf den Eingang des großen Bürogebäudes. „Siehst Du nicht, dass da ein Mann mit einem Arm voll vieler Laptops ganz schnell raus will? Und was machen wir jetzt?

Du hältst ihm die Türe auf und ich bin behilflich beim Tragen, denn er hat sich ja auch mehrere Laptops aufgeladen.“

Gesagt – getan und der erhitzte und erregte Transporteur stöhnte nur: „In den Blauen da – nach hinten!“

Opa Hermann grinste verständnisvoll. „Verstehe. Halteverbot und gnadenlose Politessen! Immer das Selbe – aber wir verstehen diese prägnante Leidensebene. Wir sind halt noch hilfsbereit.“

Mit Vollgas verschwand der Mann mit seiner Ware über eine gelbe Ampel. Die vier herausgestürzten Herren im Anzug umringten die beiden.

„Ihr müsst doch irgendetwas gesehen haben! Ein dreister Dieb hat all unsere Laptops geklaut, als wir zu Mittag waren! Genau hier ist er wohl vorbei gekommen.“

Kategorie: Krimiland
Schlagwörter: , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht durch: Mischar Jung um 09:45 Uhr

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar