Das gefährdete Fahrrad
von Corinna Husmann-Bretzler
„Aber wir können ja nur mal gucken. Kaufen müssen wir ja nichts, aber vielleicht sind ja gerade heute Kakao-Flaschen im Angebot? Du sagst doch selbst, wir sollten immer auf Sonderangebote achten und die Preise vergleichen. Nun lass uns doch bitte in den Supermarkt rein gehen. Das geht doch schnell.“
„Okay“, erwiderte Opa Hermann, „ich gehe rasch für Dich rein. Du darfst es ja wohl nicht. Warte hier neben dem schönen Fahrrad.
Es ist aber auch wirklich ein schönes Fahrrad. Ich denke Mal, dass es auch ganz leicht fährt. Schau doch nur, wie es verarbeitet ist – billig war es bestimmt nicht – und allein der britische Sattel kostet ein Vermögen.
So ein dickes Kabelschloss muss dafür auch sein, denn dieses Modell gefällt sicher auch Dieben. Dieses aber zu knacken dürfte sehr schwer sein.“
„Muss ja auch nicht sein!“
„Wie meinst Du, kleiner gefährlicher Freund?“
„Na, weil hier die Schlüssel liegen.“
Opa Hermann staunte nur, als er den Schlüssel, auch noch mit dem Reserveschlüssel an einem Ring, aufhob. „Ja leichter kann man es den schlechten Menschen wohl nicht machen. Die Besitzerin wird sich schwarz ärgern, wenn das weg ist. Lass uns hier warten, bis sie wieder kommt.“
Eine sportliche junge und gut aussehende Frau trat grüßend näher. „Tag, die Herren! Das ist mein ganzer Stolz und ich habe lange darauf gespart. Zu einer Probefahrt kann ich euch leider nicht einladen.“
„Danke – wir haben selbst ein Fahrrad mit Anhänger, aber hier sind Ihre Schlüssel, die sie offensichtlich verloren haben.“
Bleich vor Schreck griff sie langsam danach und sah die beiden betroffen an.
„Was hätte da passieren können … und ihr habt extra auf mich gewartet? Das glaube ich ja nicht. Wisst ihr was? ich gebe euch ein großes Eis aus.“
AMOS sah Opa Hermann an. „Über ein Pilsken und eine Flasche Kakao würden wir uns aber mehr freuen.“