AMOS und die Comics

von Rosa Blinkader

„Setze Dich einfach auf den Fahrrad-Anhänger und komm mit nach Hause. Da erzählst Du mir in Ruhe, was denn passiert ist.“ Opa Hermann ließ das gefährliche Piratenschaf behutsam in Ruhe, dass es sich erst einmal ausweinen konnte.

„Es war der neue Touristik-Manager… und ich Idiot habe mich auch noch bei ihm vorgestellt. Weißt Du, was der zu mir sagte? Ich sei eine Comic-Figur für Arme!“

Nein, lachen durfte der alte Bergmann nun bestimmt nicht und begann mit ausgewählten Worten: „Ja, ich las davon, dass sie für teures Geld einen solchen Posten neu besetzt haben – mit großen Hoffnungen, versteht sich. Aber sieh das doch mal aus der ganz klugen Warte, so wie wir beide es immer üben. Comics kamen damals zunächst aus Amerika und alle liebten sie, weil sie nicht nur unsere Jugend, sondern auch unser Leben begleiteten.

Alles fing mit Micky-Maus und Donald Duck an. Dann erinnere ich mich recht gut an Prinz Eisenherz, Tarzan, Fix und Foxi, die verbotenen schmalen Sigurd von Eckbertstein und Nick, der Weltraumfahrer-Heftchen. In den Siebzigern eroberte Charly Brown und seine Freunde – besonders Snoopy – unsere Herzen. Asterix, der Gallier, war dann eine kleine Revolution und Hägar, der schreckliche (Wickinger) mehr etwas für die Älteren und Erwachsenen.

Die Japaner boten dann vorzügliche Zeichnungen, Trickfilme der hohen künstlerischen Art an und die Produktionen der Walt-Disney-Studios sind ja auch zeitlose Klassiker geworden. Alles, wie gesagt, geboren in der Ecke der Comics.

AMOS hatte aufgehört, zu weinen und nickte beeindruckt.

„Noch etwas will ich Dir hierzu sagen: Wenn Du – oder gar wir beide – ein Comic für Arme sein sollen, dann überlege doch mal, wie viel Prozent der Bevölkerung reich sind und wie viele ärmer? Das sind freilich bedeutend mehr, die uns dann vielleicht kennen oder kennen lernen könnten.“

Nun hatte der kleine Held sich wieder vollends beruhigt und stampfte mit dem rechten Fuß auf.

„Vielleicht – und wir wünschen es dem neuen Manager ja nicht – schafft er das ja auch nicht, was die Gemeinde ohne ihn auch nicht hinbekam? War er deshalb so dreist zu mir, weil er befürchtete, ich würde schneller bekannter als seine mühselige Aufbauarbeit? Kann doch sein – oder?!“

„Jetzt hast Du es erkannt: Aus ihm sprach der pure Neid und in der Probezeit ist er auch noch!“

Kategorie: Geschichten
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Veröffentlicht durch: Mischar Jung um 10:36 Uhr

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