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	<title>AMOS, das Piratenschaf &#187; Kindheitserinnerungen</title>
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	<description>Niemals aufgeben - Avalott-Mäh!</description>
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		<title>AMOS und der böse Kunsterzieher</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 12:56:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Per Inradi „Und war der Zeichenunterricht dein Lieblingsfach in der Schule?“ „Nö – eher nicht. Eher ganz und gar nicht. Der Zeichenlehrer gehörte zu denjenigen, die auch ohne Grund mit dem Rohrstock hauten“ AMOS kuschelte sich ganz dicht an seinen Freund, der beschwichtigte, dass alles ja schon unendlich lange her war. Eine ausgestopfte Krähe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre><strong></strong>von Per Inradi<strong></strong></pre>
<p>„Und war der Zeichenunterricht dein Lieblingsfach in der Schule?“</p>
<p>„Nö – eher nicht. Eher ganz und gar nicht. Der Zeichenlehrer gehörte zu denjenigen, die auch ohne Grund mit dem Rohrstock hauten“</p>
<p>AMOS kuschelte sich ganz dicht an seinen Freund, der beschwichtigte, dass alles ja schon unendlich lange her war. Eine ausgestopfte Krähe und ein ebenso totes Eichhörnchen mussten sie zeichnen und wer das nicht konnte, der bekam – platsch – flink eins übergebraten. Ja, damals war einiges normal.</p>
<p><span id="more-1017"></span>„Dieser Kunsterzieher war, im Gegensatz zu einigen anderen Lehrern, kein ehemaliger Soldat des Zweiten Weltkrieges, der eine kurze pädadogische Schnellausbildung erhalten hatte. Er war halt anders blöd.</p>
<p>So hatte er sich ein gelb-beiges Auto gekauft, was nach vorn auf ging. Ich glaube es hieß Isetta oder Kabinenroller. Das parkte er mitten auf dem Schulhof, der ja sowieso in Mädchen-Areal und Jungen-Seite getrennt war. Weder Schülerin, noch Schüler durfte sich nähern. Er konnte dann – wie der große böse Wolf – fuchsteufelswild werden. Irgendwie schon komisch, wie sich die Fälle gleichen.</p>
<p>Aber einmal – und das werde ich wohl nie vergessen – hatten die Jungs aus der achten Klasse einen kühnen Plan. Weil er doch sein heiß geliebtes Auto nicht aus den Augen lassen wollte, wollten sie ihm helfen. Heute weiß ich nicht mehr, wie viele kleine Hände mit anpackten, bzw. ins Treppenhaus passten, aber irgendwann stand der kleine Wagen im dritten Stock vor dem Eingang des Zeichensaales.</p>
<p>Sein blödes Gesicht hat übrigens niemand gesehen, weil sich freilich alle verdrückt hatten, aber sicher muss ihn der Schlag getroffen haben. Auch weiß ich nicht, wie er das Auto wieder herunter bekam. “</p>
<p>Das Piratenschaf hatte vor Aufregung fiebernd zugehört.</p>
<p>„Wenn er den Zündschlüssel hatte, dann konnte er es doch fahren?!“</p>
<p>„Sicher hast Du recht, kleines gefährliches Piratenschaf. Irgendwie so muss es gewesen sein.“</p>
<p>Sprachs und griff nach Lesebrille und Tageszeitung.</p>
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		<title>AMOS und die Blumen</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 16:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
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		<description><![CDATA[von Per Inradi „Magst Du eigentlich Blumen?“ Der alte Bergmann sah fragend von seiner Zeitung auf und goss dem gefährlichen Piratenschaf noch einen Kakao ein. „Wie kommst Du denn jetzt da drauf? Nur mal so gefragt?“ AMOS nickte und saugte an dem Strohhalm. „Ja – da hatte ich damals ein niedliches Kindheitserlebnis. Willst Du es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Magst Du eigentlich Blumen?“</p>
<p>Der alte Bergmann sah fragend von seiner Zeitung auf und goss dem gefährlichen Piratenschaf noch einen Kakao ein.</p>
<p>„Wie kommst Du denn jetzt da drauf? Nur mal so gefragt?“ AMOS nickte und saugte an dem Strohhalm.</p>
<p>„Ja – da hatte ich damals ein niedliches Kindheitserlebnis. Willst Du es hören?“</p>
<p>Der kleine Held nickte.</p>
<p><span id="more-971"></span>„Am Rande des sehr großen Friedhofes war eine Ecke, wo man Kränze entsorgte. Die fand ich so spannend und schlich immer da herum. Einmal – es war in einem sehr milden Winter – erschrak ich, weil sich eine stachelige Blume bewegte. Vorsichtig beobachtete ich sie und trug sie schließlich nach Hause. Auf dem Weg – ein langer Weg für einen Siebenjährigen – musste ich mich dauernd kratzen, denn es sprangen Flöhe von der Pflanze.</p>
<p>Zu Hause angekommen badete ich meinen Fund erst einmal im Waschbecken. Die Flöhe fielen reihenweise von ihm ab und ich seifte alles tüchtig ein, spülte gut nach und trocknete mit einem Handtuch ab, als meine Mutter heim kam. Sie war fürchterlich streng und schimpfte gewaltig, schlug die Hände über den Kopf zusammen.</p>
<p>Und dann guckte auch aus der <em>Blume</em> ein Näschen hervor. Wieder erschrak ich sehr und erfuhr, dass es ein Igel war, der wegen der warmen Temperaturen keinen Winterschlaf fand. Ich brachte ihn schließlich in eine Friedhofsgärtnerei, wo er in den Gewächshäusern Mäuse jagen sollte. Die freuten sich wiederum derart, dass sie mir eine schöne Topfblume schenkten. So kam ich über Umwege doch zu einer schönen Blume.“</p>
<p>AMOS hatte gespannt zugehört.</p>
<p>„Kanntest Du denn keine Igel?“</p>
<p>„Nö – nicht mitten in Düsseldorf. Und Schafe gab es da übrigens auch nicht!“</p>
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		<title>AMOS und der verstorbene wilde Freund</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 19:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Per Inradi „Weißt Du, kleines gefährliches Piratenschaf, gestern musste ich wieder unwillkürlich an ihn denken. Obwohl es doch schon so lange her ist! Er gehörte einfach zu meiner Vergangenheit, oder besser gesagt: Zu meiner Jugend.“ Mitfühlend streichelte AMOS den Arm des alten Bergmanns mit seinem rechten Huf. „Opa Hermann. Ist es jemand, der nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Weißt Du, kleines gefährliches Piratenschaf, gestern musste ich wieder unwillkürlich an ihn denken. Obwohl es doch schon so lange her ist! Er gehörte einfach zu meiner Vergangenheit, oder besser gesagt: Zu meiner Jugend.“</p>
<p>Mitfühlend streichelte AMOS den Arm des alten Bergmanns mit seinem rechten Huf.</p>
<p>„Opa Hermann. Ist es jemand, der nicht mehr lebt?“</p>
<p>Das nicken mit schwerem Kopf sagte ihm, dass er recht hatte. Es war wohl das Andenken an einen damaligen Freund und sicher auch die schmerzliche Tatsache, dass man nichts auf ewig fest halten kann.</p>
<p><span id="more-942"></span>„Erst war er mir sehr fremd, so wie ich ihm sicher auch unheimlich war, aber mit der Zeit gewöhnten wir uns aneinander. Hinter unserem Viertel war erst der Volksgarten, dann eine Kleingartensiedlung und in Richtung Baggerloch ein ziemlich verwildertes Gelände. Dort wohnte er irgendwo, fühlte sich aber sichtlich wohl. Ich wurde auch älter, verließ meine Heimat, dachte aber noch oft an ihn.</p>
<p>Dann wandte sich das Schicksal, als die Stadt Düsseldorf beschloss, die Bundes-Gartenschau genau dort aufzubauen. Es folgte eine irre Bauzeit und alles wurde völlig verändert.</p>
<p>Freilich war es im nachhinein ein toller Pluspunkt und ein Magnet für viele Leute von nah und fern, aber mein Freund hielt es in dieser Zeit der Unruhe in seinem lieb gewordenen Gelände nicht mehr aus.</p>
<p>Es war das typische Beispiel, das er nicht mehr in die neu angebrochene Zeit passte, die für ihn kein Verständnis erübrigte.</p>
<p>Sicher schweren Herzens machte er sich auf den Weg und wurde auf einem Zebrastreifen am Hennekamp angefahren und starb an seinen Verletzungen. Ich las davon in der Zeitung, weil man nicht genau wusste, wer er war. Sie standen vor einem Rätsel.</p>
<p>Aber am nächsten Tag kam dann die Auflösung im nächsten Artikel. Ich habe nachgerechnet. Er wurde ca. fünfunddreißig Jahre alt.“</p>
<p>AMOS hielt mühsam seine Tränchen zurück.</p>
<p>„Und? Wie hieß er?“</p>
<p>„Einen Namen hatte er nicht, aber er war wohl der einzige und auch letzte Dachs in Düsseldorf-Oberbilk!“</p>
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		<title>AMOS und der Schulabschluss der Schlimmen</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 09:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[6b]]></category>
		<category><![CDATA[Abschreiben]]></category>
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		<category><![CDATA[Hausverbot]]></category>
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		<description><![CDATA[von Per Inradi „Opa Hermann, Opa Hermann, bitte erzähle noch eine Geschichte von der berüchtigten 6b. Die haben doch sicher alle keinen Schulabschluss bekommen?“ „Hey – was sagst Du denn da? Wir waren doch alle Meister im Pfuschen, Täuschen, Abschreiben. Nur, weil wir wegen unseres Blödsinns wenig gelernt hatten, mussten wir in den darauf folgenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Opa Hermann, Opa Hermann, bitte erzähle noch eine Geschichte von der berüchtigten 6b. Die haben doch sicher alle keinen Schulabschluss bekommen?“</p>
<p>„Hey – was sagst Du denn da? Wir waren doch alle Meister im Pfuschen, Täuschen, Abschreiben. Nur, weil wir wegen unseres Blödsinns wenig gelernt hatten, mussten wir in den darauf folgenden Jahren fürs Abitur und im Studium mächtig viel nachholen. So ging dann die Rechnung für unsere spaßige Zeit auf.</p>
<p>Wir hatten damals nicht begriffen, dass wir nicht für die Schule, sondern für unser eigenes Leben lernen mussten. Wir merkten zu spät, dass Noten oder Zensuren nicht gleich erlerntes Wissen bedeuten.</p>
<p><span id="more-839"></span>Den Tag, als uns die Mittlere Reife verliehen wurde, funktionierten wir als lautstarke Klassenparty um. Von einem Plattenspieler tönte Jimmy Hendrix mit <em>Purple Haze</em> und <em>Hey Joe</em>, so laut aufgedreht, dass die Lautsprecher brummten.</p>
<p>Der Klassenlehrer schielte auf das Päckchen vor ihm und brachte noch mal sein <em>‚Vergesst nie, dass ihr DEUTSCHE seid!’</em> hervor, was mit einem Grölen quittiert wurde. Neugierig packte er seine Zigarren und den Cognac aus und merkte auch nicht, dass eine zweite Flasche hinten in der Klasse kreiste.</p>
<p>Der kernige Englisch-Lehrer – immer auf Autorität bedacht – ließ noch mal die Ehrfurcht aufleben und drohte schließlich mit <em>Hausverbot</em>. Wir meinten allerdings, dass wir sowieso nie wieder hierhin kämen und ermahnten ihn, dass er uns ab nun mit <em>Sie</em> anreden möge.</p>
<p>Der milde, aber ziemlich unfähige Mathe-Lehrer, der aufgrund seines sehr fortgeschrittenen Alters regelmäßig im Unterricht einschlief und nicht mitbekam wenn wir den Raum verließen, bekam noch ein besonders schönes Geschenk.</p>
<p><em>‚Oh – ein Kerzenleuchter. Sehr geschmackvoll. Ich bedanke mich!’</em>“</p>
<p>AMOS nickte verständnisvoll. „Dann hattet ihr alle ja doch noch ein gutes Herz?“</p>
<p>Der alte Bergmann ergänzte grinsend: „Aber daran hing noch ein Zettel: <em>‚Herzlichen Glückwunsch zu ihrem Armleuchter – ihre 6b!’</em></p>
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		<title>AMOS und die Oberbilker Romanze</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 07:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bea]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[fair]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Thau]]></category>
		<category><![CDATA[Hochzeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Opa Hermann erzählt wieder aus seiner Jugend und die Gebrüder Thäue, insbesondere der Älteste, sind wieder dabei. Eine kurze, aber heftige Liebesgeschichte für den kleinen Piraten zum Einschlafen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Sag mal, Opa Hermann, waren die Thäue damals wirklich so schlimm?“</p>
<p>Der alte Bergmann setzte die Lesebrille ab und sah das gefährliche Piratenschaf etwas streng an, worauf es sich schnell unter die Kuscheldecke verzog.</p>
<p>„Die Gebrüder Thau waren nie schlimm. Sie waren hochkarätig witzig und verdammt liebenswert, weil sie immer fair waren.“</p>
<p>AMOS grinste verlegen und schielte zur Kakaopackung.</p>
<p><span id="more-512"></span>„Was war denn die schönste Geschichte von ihnen. Ich meine, die wirklich Allerschönste?!“</p>
<p>Opa Hermann sah aus dem Fenster, wo Nachbarshund Bello gerade hinter dem Paketboten her rannte.</p>
<p>„Ja, der nach außen hart gesottene Älteste der drei, also Gerd, traf ein ganz niedliches Mädchen namens BEA mit einem unverkennbaren Lächeln, was sie von allen anderen ebenfalls knusprigen Teenagern abhob. Gerd punktete sowieso bei den Damen, aber das war auch für ihn zuviel. Er wurde sehr, sehr ruhig und wirkte abwesend.</p>
<p>Fakt, er hatte sich halt über beide Ohren verliebt – aber richtig!!</p>
<p>Schließlich kam es zum ersten behutsamen und zarten Kuss da, wo heute die Philipshalle steht – ein Kuss, der das Gedächtnis von Gerd nie verlassen sollte.</p>
<p>Wie dass denn damals so war, hatten die Erwachsenen wenig Sinn für die Gefühle der Jugend und diese zarte junge Liebe geriet unter die Walzen des Desinteresses. Die beiden verloren sich aus den Augen, wurden älter, heirateten und bekamen seltsamerweise beide nur Söhne – durchlebten Scheidungskriege.“</p>
<p>AMOS rollten ein paar Tränchen in Richtung Schafsnase und die Augenklappe wurde ganz feucht.</p>
<p>„Nein, kleiner gefährlicher Freund, die Sache geht aber auch noch weiter und irgendwann bekam ich eine Einladung zur Hochzeit von Gerd und BEA mit dem Vermerk, dass achtunddreißig Jahre des Wartens genug seien. Sie haben ganz niedlich geheiratet und die Freunde von einst waren auch alle da.</p>
<p>Heute sind sie Mitte und etwas über die Mitte fünfzig und wohnen wo wohl? Natürlich in der Nähe vom Rhein. Das wäre dann Deine schöne romantische Einschlaf-Geschichte. Aber ist sie nicht herzallerliebst? Nach all der Zeit?“</p>
<p>Das Telefon schellte und Opa Hermann nahm ab.</p>
<p>„Tach ihr zwei! Hier ist Gerd Thau aus Düsseldorf. Ich wollte mich mal wieder melden und hören wie et dann so jeht?!“</p>
<p>Der alte Bergmann lachte: „Wenn man vom Teufel spricht. Das Schnarchen im Hintergrund ist übrigens vom AMOS.“</p>
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		<title>AMOS und die Agfa-CLACK</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 05:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[als alles Rock 'n' Roll war]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Agfa]]></category>
		<category><![CDATA[Clack]]></category>
		<category><![CDATA[Entenfüttern]]></category>
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		<category><![CDATA[Onkel Werner]]></category>
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		<category><![CDATA[Rock'n'Roll]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[spazieren]]></category>

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		<description><![CDATA[Opa Hermann erinnert sich an die Zeit, als er Sonntags mit Oma und den Eltern im Park spazieren gehen musste. Das waren ziemlich steife Zeiten damals. AMOS macht sich natürlich seine Gedanken. Irgendeinen Effekt musste das ja haben auf den alten Bergmann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Fiona Midsomer</pre>
<p>„Ja – Sonntags zur Zeit des wüsten Rock’n’Roll war es für mich oft fürchterlich.“</p>
<p>„Oooch – ich denke, da gab es doch sicher auch Kaffee und Kuchen?“</p>
<p><span id="more-491"></span>„Sicher, jedoch vorher gingen wir im Park mit Oma spazieren. Ich musste meinen Kommunionsanzug tragen, ganz gesittet gehen und hatte um den Hals den neuen Fotoapparat von Onkel Werner hängen. So einen bekam manches Kommunionskind – eine in ziegelrotem Plastik verpackte viereckige Agfa-Clack.</p>
<p>Nun sollten die Anderen auch mitbekommen, dass man so etwas Tolles besaß.“</p>
<p>„Und was hast du damit fotografiert? Etwa hübsche Rock’n’Roll-Mädchen in wippenden Pettycoats?“</p>
<p>„Blödsinn! Oma und Mama beim Entenfüttern. Die Fotos wurden danach in ein Album geklebt und eigentlich nie wieder angeschaut. Dann zeigte meine Mutter auch immer auf schmuddelige Kinder, die zwischen uns herumliefen, mit den Worten: ‚Schau her – das sind arme Kinder. Ihre Eltern haben sie nicht fein angezogen und gehen auch nicht mit ihnen Im Park spazieren.’</p>
<p>Oh wie gern wäre ich damals so ein „armes Kind“ gewesen&#8230;“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf schob ihm einen Kaffeebecher hin. Damals galten wenigstens noch Zucht und Ordnung, Ehrfurcht vor den Eltern und Alten.</p>
<p>„Opa Hermann“, er sah ihn ganz lieb an und legte seinen linken Huf auf seinen linken Arm. „Opa Hermann, kann es denn nicht daher sein, dass viele in deinem Alter so eine große Macke haben?“</p>
]]></content:encoded>
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		<title>AMOS und das ehrliche Finden</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 05:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mal ehrlich. Wenn man etwas findet, dann denkt man doch schon drüber nach, ob man es abgeben sollte. AMOS findet etwas und macht sich so seine Gedanken. Opa Hermann erzählt ihm eine Geschichte, als er als Kind mal etwas fand und schwer enttäuscht wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Heinz Erdferkel jr.</pre>
<p>„AMOS – vielleicht solltest Du ab und an deine Augenklappe mal zu Hause lassen?“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf sah seinen väterlichen Freund fragend an.</p>
<p>„Na, direkt neben Deinem linken Huf liegt ein Zwei-Euro-Stück. Nicht interessant?“</p>
<p><span id="more-426"></span>„Oh toll! Ich habe aber noch nie etwas gefunden&#8230; Wer mag es verloren haben? Die oder der ärgert sich jetzt doch bestimmt.“</p>
<p>Der alte Bergmann hob es auf.</p>
<p>„Du kannst jetzt wohl auch kaum die Leute fragen, ob sie zwei Euro vermissen. Dann melden sich wohl alle.“</p>
<p>Das sah Amos ein. Was man findet, hat jemand verloren und man sollte es auch zurückgeben, wenn man halt weiß wohin.</p>
<p>„Opa Hermann, Du bist doch auch so ein ehrlicher Mensch. Hast du schon mal etwas wertvolles gefunden? Konntest du es zurückgeben? Hat man sich riesig gefreut?“</p>
<p>Der alte Bergmann setzte sich ins Gras und zog das gefährliche Piratenschaf lieb an sich heran.</p>
<p>„Ja, einmal war es so. Wir waren damals Heranwachsende und da fand ich doch wirklich einmal eine Art Brieftasche, wo die großen Geldscheine nur so rausquollen.</p>
<p>Ein Freund war in der Nähe und ich zeigte ihm diesen Schatz. Er malte sich aus, was wir damit machen könnten, aber ich nahm den Ausweis aus dem Seitenfach und meinte nur, dass ich alles dorthin brächte.</p>
<p>Es war ein stattlicher alter Bauernhof mit einigen landwirtschaftlichen Großgeräten, umgeben mit Feldern und Weiden voller Rinder und Schweine. Der Bauer öffnete die Türe und freute sich, seine große Brieftasche mit Geld und Papieren wieder zu erhalten.</p>
<p>‚Danke, mein Junge. Das hast du ganz toll gemacht. Aber nun geh mal schön vom Hof. Unser Hund ist nämlich leider unberechenbar bissig.’</p>
<p>Ich verstand die Welt nicht mehr und mein Freund wollte vom Finderlohn hören, den es ja nicht gegeben hatte. Alles war mir entsetzlich peinlich und enttäuscht war ich sowieso.</p>
<p>Ich ging an mein Sparschwein und nahm meine hundert Mark, die ich ihm dann zeigte und ihn zu Eis und Kino einlud.</p>
<p>Seitdem möchte ich eigentlich nichts mehr finden. Kannst du das verstehen?“</p>
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		<title>AMOS und die witzigen Thäue</title>
		<link>http://www.piratenschaf-amos.de/2010/05/04/amos-und-die-witzigen-thaue/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 18:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bonbons]]></category>
		<category><![CDATA[brüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebrüder]]></category>
		<category><![CDATA[hochrot]]></category>
		<category><![CDATA[Scheibe]]></category>
		<category><![CDATA[Schiebefenster]]></category>
		<category><![CDATA[Thau]]></category>
		<category><![CDATA[Tobsuchtsanfall]]></category>
		<category><![CDATA[violett]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ein Kind damals nur drei Pfennig hatte, aber trotzem Bonbons kaufen wollte, dann war nicht jede Krämerseele bereit, Bonbons zu verkaufen. Es gab da mal die Gebrüder Thau, die sich solcher Seelen annahmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>„Opa Hermann, ich kann nicht einschlafen“, lugte das gefährliche Piratenschaf unter seiner Kuscheldecke hervor. „Kannst du mir nicht noch eine Geschichte aus deiner Jugend erzählen?“</p>
<p>Der väterliche Freund sah leicht genervt herüber. „EINE Geschichte – und dann wird ein Schläfchen gehalten, klar?!“</p>
<p>„Klar!“</p>
<p>„Also. Damals im Viertel gab es die Gebrüder Thau, drei herzensgute Lausbuben, die man einfach mögen musste. Mitten auf dem Marktplatz stand ein Kiosk, worin ein kleiner älterer Herr saß.</p>
<p>Kamen kleine Kinder und wollten für drei Pfennig Bonbons, dann reagierte er jeweils mit einem Tobsuchtsanfall, dass er für solche Mini-Aufträge keine Lust hatte, das Glas vom Regal zu holen und rannte auch noch hinter ihnen her.</p>
<p>Alles in allem: Ein böser Zeitgenosse und die Kinder trauten sich nicht mehr hin.</p>
<p>Das gefiel aber den Thäuen nicht und sie heckten etwas aus. Jürgen, der Jüngste, hatte den unschuldigsten Blick und klopfte an die Scheibe. ‚Für drei Pfennig gemischte Bonbons bitte. Aber warten sie – ich sage ihnen, welche ich haben will.’</p>
<p>Sofort riss der so angesprochene das gläserne Schiebefenster zur Seite, steckte seinen Kopf heraus und brüllte hochrot angelaufen und die Halsadern schwollen an.</p>
<p>Was Jürgen denn wohl einfiel? Der grinste aber nur breit. Der Mann konnte sich aber nicht beruhigen und schimpfte, was das Zeug hielt.</p>
<p>Gerd, der älteste, hatte etwas seitlich gestanden und schob nun das Fenster zu, wobei er den Hals einklemmte und der arme Mann ins Violette wechselte.</p>
<p>‚Auch Kinder mit ein paar Pfennigen sind Kunden, die du gut behandeln musst! Hast du das verstanden? Wiederhole mal!’</p>
<p>Aber der so eingequetschte konnte nichts wiederholen, weil er nach Luft schnappte, als ich um die Ecke bog und die Szene mitbekam.</p>
<p>‚Seid ihr wahnsinnig? Lasst ihn sofort frei!’</p>
<p>‚Der brauchte mal so etwas – letztens hat er ein Kind gehauen. Aber wir glauben, er macht derlei nie wieder’</p>
<p>Japsend und röchelnd plumpste der hochrote Kopf auf das Fensterbrett und die drei Rächer verzogen sich lachend.“</p>
<p>„Oh – so was auch“ AMOS war entsetzt. „Machen die das etwas etwa heute auch noch?“</p>
<p>„Nein, die sind nun auch schon Mitte fünfzig, aber jetzt wird wirklich geschlafen.“</p>
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		<title>AMOS und die Firmung</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 16:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[als alles Rock 'n' Roll war]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[alkoholkrank]]></category>
		<category><![CDATA[Altar]]></category>
		<category><![CDATA[Beichte]]></category>
		<category><![CDATA[besoffenes Schwein]]></category>
		<category><![CDATA[Boxreflex]]></category>
		<category><![CDATA[Boxtraining]]></category>
		<category><![CDATA[Christenunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Firmung]]></category>
		<category><![CDATA[Knaben]]></category>
		<category><![CDATA[Kreis Gottes]]></category>
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		<category><![CDATA[Ohrfeige]]></category>
		<category><![CDATA[Pastor]]></category>
		<category><![CDATA[Reich Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Schläge]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Sünden]]></category>
		<category><![CDATA[Verein]]></category>
		<category><![CDATA[Weihbischof]]></category>

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		<description><![CDATA[Damals war alles züchtig. Die Lehrer schlugen die Schüler, die Eltern züchtigten Ihre Kinder und die kirchlichen Würdenträger... ja was machten die eigentlich? Opa Hermann erzählt eine Anekdote aus seiner Jugend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Samstags mussten wir – gewaschen und gekämmt mit sauberen Fingernägeln – zur Beichte. Sonntags um neun in die Messe, wo Namenslisten geführt wurden und nachmittags um drei zum Christenunterricht als Vorbereitung zur Firmung. Das Wochenende war somit keines in unserem Sinn und Sünden zur Beichte musste ich erfinden. Aber dann kam der Tag der Firmung.</p>
<p>Es war ein heißer Sommertag des Jahres 1957 und der vermeintlich schwer Herzkranke Weihbischof war extra angereist. Man sah ihm auch sein Leiden an, weil er nämlich eine dunkelrote und leicht violette Gesichtsfarbe hatte.</p>
<p>Die beiden Messdiener taten am Altar das, was sie immer taten: Sie nippten am Messwein. Was sie nicht wussten, war jedoch, dass es diesmal Korn war, der mittlerweile lauwarm schmeckte. Hinten im Kirchenschiff betete ein Sextett frommer Frauen, wie sie immer dort saßen und kontinuierlich beteten.</p>
<p>Der Pfarrer beobachtete argwöhnisch, wie erst einer, dann der zweite Messdiener schnarchend umkippte. Mein lachen hallte in der Akustik und das Schallen der Ohrfeige des Pfarrers ebenfalls. Der Weihbischof bekam das nicht mit und setzte an, den ersten Knaben zu firmen, der allerdings schon vierzehn war und nicht so jung wie ich. Mit seinen Eltern – einem Metzgerehepaar, förmlich breit wie hoch – war er gekommen und privat begeisterte ihn auch noch sein Boxtraining.</p>
<p>Nach einem lateinischen Text setzte der geistliche Würdenträger sitzend zur symbolischen Ohrfeige an. Der Heranwachsende wich, nach gelernten Boxreflexen, aus, ohne das böse gemeint zu haben.</p>
<p>Der verärgerte Weihbischof ermahnte und wiederholte.</p>
<p>Diesmal wich der Junge zur anderen Seite aus, was den Ärger steigerte.</p>
<p>‚Noch einmal und du wirst nicht in den Kreis Gottes aufgenommen’ tobte er und die frommen Damen bekreuzigten sich vielfach.</p>
<p>Auf mein Lachen kam das Klatschen und diesmal beugte sich der kirchliche Würdenträger nach vorn, verlor das Gleichgewicht und lag fluchend vor dem umgekippten Stuhl.</p>
<p>Nun war das Maß voll und das Reich Christi hatte keine Lust mehr. Dann sprang der Vater auf und fuchtelte mit dem Finger. ‚Der Junge wird, wie ich, Metzgermeister, Du besoffenes Schwein. In euren Verein muss er deswegen nicht. Kommt, wir gehen!’</p>
<p>Ich brüllte vor Lachen und auch die Schläge konnten mich dabei nicht bremsen.</p>
<p>Der Pastor eilte an den Altar und ohrfeigte die schnarchenden Messdiener wach und die alten Damen baten Gott um Verzeihung. Alles würde ein schreckliches Nachspiel für uns haben, brüllten der Pfarrer und der schwerst alkoholkranke Weihbischof im Chor.</p>
<p>Ja, so war das damals, kleines gefährliches Piratenschaf.“</p>
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		<title>AMOS und das Gespenst von Bilk</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 16:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gassi]]></category>
		<category><![CDATA[Gespenst]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Hündchen]]></category>
		<category><![CDATA[irischer]]></category>
		<category><![CDATA[Jespänst]]></category>
		<category><![CDATA[Pipi]]></category>
		<category><![CDATA[Viebeiner]]></category>
		<category><![CDATA[Wiese]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfshund]]></category>
		<category><![CDATA[Zwergdackel]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt es gespenster? Eine Frage, die nicht nur Kinder bewegt, sondern auch Piratenschafe. Seien sie auch noch so gefährlich. Opa hermann ist sich nicht sicher. Aber da gab es doch damals das Gespenst in seiner Heimat. Das Gespenst von Düsseldorf-Bilk. Gruselig. Aber auch total traurig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>„Opa Hermann“, das gefährliche Piratenschaf zupfte ihn am Hosenbein. „Opa Hermann, glaubst du daran, dass es Gespenster gibt?“</p>
<p>Der alte Bergmann musste lachen.</p>
<p>„Nein. Natürlich nicht – oder doch? Also damals in Düsseldorf erlebte ich folgende Geschichte mit dem Hund Paul, den ich damals gefunden hatte.</p>
<p>Es war jeden Abend um zweiundzwanzig Uhr dreißig. Jeden Tag ein Muss für jede Hundefreundin, jeden Hundefreund. Man nahm sich seinen Vierbeiner und war ganz schnell inmitten einer Gesprächsrunde, nämlich auf der einzigen größeren Wiese am Dahlacker in Düsseldorf-Bilk.</p>
<p>Schnell wurden wir von ganz lieben älteren Damen angesprochen: ‚Wie heißt dä denn? Mer han schon dä dritte Pudel in Serie&#8230;’ Einfach nur schön, diesen unaufgeforderten Hündchen-Abenteuern zu folgen, aber dann waren alle wie mit einem Schlag verschwunden. Ganz seltsam war das!</p>
<p>Ratlos stand ich noch allein da und man raunte mir zu, dass jetzt ‚Dat Jespänst kütt’&#8230;</p>
<p>Ein Gespenst – mitten in der Woche und mitten im friedlichen Bilk?! Nein, bange waren Hund Paul und ich nicht – aber wenn es wirklich ein Gespenst wäre?!</p>
<p>‚Do isset – schnell weg he&#8230;’ Die älteren Frauen stoben auseinander und flohen. Die letzte packte sich ihren Zwergdackel unter den Arm und eilte watschelnd in den schützenden Hauseingang.</p>
<p>Und dann stand es vor uns – das Gespenst von Bilk! Im Schein der vorbeifahrenden Autoscheinwerfer reflektierte das leicht zottelige Fell gelblich und grünlich. Für ein Gruselwesen sah es doch eher nach Wolf oder so aus. Wir näherten uns vorsichtig und es war ein ca. anderthalb-jähriger, leicht irritierter Irischer Wolfshund.</p>
<p>Dann erfuhren wir auch von seinem Schicksal. Ein junges Pärchen mit Drogenproblemen hielt ihn in einer kleinen Etagenwohnung. So gegen halb elf Uhr bekam er einen Tritt und musste allein Pipi machen gehen. Einmal wurde er bereits, aber nicht so schlimm, angefahren und das machte ihn noch scheuer. Aber ab und zu wollte er aber auch mal den anderen Hunden ‚Tach’ sagen, was immer falsch aufgefasst wurde.</p>
<p>Das Gespenst war also ein junger großer Hund – und ein armes Schwein sowieso.</p>
<p>Wir sorgten dafür, dass er ins Tierheim kam, wo er sich sicherlich das erste Mal satt essen konnte. Dann, anderthalb Stunden später, wurde er in die Neusser Bauernschaft adoptiert und es ging im von da an sehr, sehr gut.“</p>
<p>Amos hatte gespannt zugehört.</p>
<p>„Dann haben Gespenster also auch vier Beine?!“</p>
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