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	<title>AMOS, das Piratenschaf &#187; Kindheitserinnerungen</title>
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	<description>Niemals aufgeben - Avalott-Mäh!</description>
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		<title>AMOS und die Oberbilker Romanze</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 07:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Opa Hermann erzählt wieder aus seiner Jugend und die Gebrüder Thäue, insbesondere der Älteste, sind wieder dabei. Eine kurze, aber heftige Liebesgeschichte für den kleinen Piraten zum Einschlafen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Sag mal, Opa Hermann, waren die Thäue damals wirklich so schlimm?“</p>
<p>Der alte Bergmann setzte die Lesebrille ab und sah das gefährliche Piratenschaf etwas streng an, worauf es sich schnell unter die Kuscheldecke verzog.</p>
<p>„Die Gebrüder Thau waren nie schlimm. Sie waren hochkarätig witzig und verdammt liebenswert, weil sie immer fair waren.“</p>
<p>AMOS grinste verlegen und schielte zur Kakaopackung.</p>
<p><span id="more-512"></span>„Was war denn die schönste Geschichte von ihnen. Ich meine, die wirklich Allerschönste?!“</p>
<p>Opa Hermann sah aus dem Fenster, wo Nachbarshund Bello gerade hinter dem Paketboten her rannte.</p>
<p>„Ja, der nach außen hart gesottene Älteste der drei, also Gerd, traf ein ganz niedliches Mädchen namens BEA mit einem unverkennbaren Lächeln, was sie von allen anderen ebenfalls knusprigen Teenagern abhob. Gerd punktete sowieso bei den Damen, aber das war auch für ihn zuviel. Er wurde sehr, sehr ruhig und wirkte abwesend.</p>
<p>Fakt, er hatte sich halt über beide Ohren verliebt – aber richtig!!</p>
<p>Schließlich kam es zum ersten behutsamen und zarten Kuss da, wo heute die Philipshalle steht – ein Kuss, der das Gedächtnis von Gerd nie verlassen sollte.</p>
<p>Wie dass denn damals so war, hatten die Erwachsenen wenig Sinn für die Gefühle der Jugend und diese zarte junge Liebe geriet unter die Walzen des Desinteresses. Die beiden verloren sich aus den Augen, wurden älter, heirateten und bekamen seltsamerweise beide nur Söhne – durchlebten Scheidungskriege.“</p>
<p>AMOS rollten ein paar Tränchen in Richtung Schafsnase und die Augenklappe wurde ganz feucht.</p>
<p>„Nein, kleiner gefährlicher Freund, die Sache geht aber auch noch weiter und irgendwann bekam ich eine Einladung zur Hochzeit von Gerd und BEA mit dem Vermerk, dass achtunddreißig Jahre des Wartens genug seien. Sie haben ganz niedlich geheiratet und die Freunde von einst waren auch alle da.</p>
<p>Heute sind sie Mitte und etwas über die Mitte fünfzig und wohnen wo wohl? Natürlich in der Nähe vom Rhein. Das wäre dann Deine schöne romantische Einschlaf-Geschichte. Aber ist sie nicht herzallerliebst? Nach all der Zeit?“</p>
<p>Das Telefon schellte und Opa Hermann nahm ab.</p>
<p>„Tach ihr zwei! Hier ist Gerd Thau aus Düsseldorf. Ich wollte mich mal wieder melden und hören wie et dann so jeht?!“</p>
<p>Der alte Bergmann lachte: „Wenn man vom Teufel spricht. Das Schnarchen im Hintergrund ist übrigens vom AMOS.“</p>
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		<title>AMOS und die Agfa-CLACK</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 05:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[als alles Rock 'n' Roll war]]></category>
		<category><![CDATA[Agfa]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[spazieren]]></category>

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		<description><![CDATA[Opa Hermann erinnert sich an die Zeit, als er Sonntags mit Oma und den Eltern im Park spazieren gehen musste. Das waren ziemlich steife Zeiten damals. AMOS macht sich natürlich seine Gedanken. Irgendeinen Effekt musste das ja haben auf den alten Bergmann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Fiona Midsomer</pre>
<p>„Ja – Sonntags zur Zeit des wüsten Rock’n’Roll war es für mich oft fürchterlich.“</p>
<p>„Oooch – ich denke, da gab es doch sicher auch Kaffee und Kuchen?“</p>
<p><span id="more-491"></span>„Sicher, jedoch vorher gingen wir im Park mit Oma spazieren. Ich musste meinen Kommunionsanzug tragen, ganz gesittet gehen und hatte um den Hals den neuen Fotoapparat von Onkel Werner hängen. So einen bekam manches Kommunionskind – eine in ziegelrotem Plastik verpackte viereckige Agfa-Clack.</p>
<p>Nun sollten die Anderen auch mitbekommen, dass man so etwas Tolles besaß.“</p>
<p>„Und was hast du damit fotografiert? Etwa hübsche Rock’n’Roll-Mädchen in wippenden Pettycoats?“</p>
<p>„Blödsinn! Oma und Mama beim Entenfüttern. Die Fotos wurden danach in ein Album geklebt und eigentlich nie wieder angeschaut. Dann zeigte meine Mutter auch immer auf schmuddelige Kinder, die zwischen uns herumliefen, mit den Worten: ‚Schau her – das sind arme Kinder. Ihre Eltern haben sie nicht fein angezogen und gehen auch nicht mit ihnen Im Park spazieren.’</p>
<p>Oh wie gern wäre ich damals so ein „armes Kind“ gewesen&#8230;“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf schob ihm einen Kaffeebecher hin. Damals galten wenigstens noch Zucht und Ordnung, Ehrfurcht vor den Eltern und Alten.</p>
<p>„Opa Hermann“, er sah ihn ganz lieb an und legte seinen linken Huf auf seinen linken Arm. „Opa Hermann, kann es denn nicht daher sein, dass viele in deinem Alter so eine große Macke haben?“</p>
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		<title>AMOS und das ehrliche Finden</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 05:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mal ehrlich. Wenn man etwas findet, dann denkt man doch schon drüber nach, ob man es abgeben sollte. AMOS findet etwas und macht sich so seine Gedanken. Opa Hermann erzählt ihm eine Geschichte, als er als Kind mal etwas fand und schwer enttäuscht wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Heinz Erdferkel jr.</pre>
<p>„AMOS – vielleicht solltest Du ab und an deine Augenklappe mal zu Hause lassen?“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf sah seinen väterlichen Freund fragend an.</p>
<p>„Na, direkt neben Deinem linken Huf liegt ein Zwei-Euro-Stück. Nicht interessant?“</p>
<p><span id="more-426"></span>„Oh toll! Ich habe aber noch nie etwas gefunden&#8230; Wer mag es verloren haben? Die oder der ärgert sich jetzt doch bestimmt.“</p>
<p>Der alte Bergmann hob es auf.</p>
<p>„Du kannst jetzt wohl auch kaum die Leute fragen, ob sie zwei Euro vermissen. Dann melden sich wohl alle.“</p>
<p>Das sah Amos ein. Was man findet, hat jemand verloren und man sollte es auch zurückgeben, wenn man halt weiß wohin.</p>
<p>„Opa Hermann, Du bist doch auch so ein ehrlicher Mensch. Hast du schon mal etwas wertvolles gefunden? Konntest du es zurückgeben? Hat man sich riesig gefreut?“</p>
<p>Der alte Bergmann setzte sich ins Gras und zog das gefährliche Piratenschaf lieb an sich heran.</p>
<p>„Ja, einmal war es so. Wir waren damals Heranwachsende und da fand ich doch wirklich einmal eine Art Brieftasche, wo die großen Geldscheine nur so rausquollen.</p>
<p>Ein Freund war in der Nähe und ich zeigte ihm diesen Schatz. Er malte sich aus, was wir damit machen könnten, aber ich nahm den Ausweis aus dem Seitenfach und meinte nur, dass ich alles dorthin brächte.</p>
<p>Es war ein stattlicher alter Bauernhof mit einigen landwirtschaftlichen Großgeräten, umgeben mit Feldern und Weiden voller Rinder und Schweine. Der Bauer öffnete die Türe und freute sich, seine große Brieftasche mit Geld und Papieren wieder zu erhalten.</p>
<p>‚Danke, mein Junge. Das hast du ganz toll gemacht. Aber nun geh mal schön vom Hof. Unser Hund ist nämlich leider unberechenbar bissig.’</p>
<p>Ich verstand die Welt nicht mehr und mein Freund wollte vom Finderlohn hören, den es ja nicht gegeben hatte. Alles war mir entsetzlich peinlich und enttäuscht war ich sowieso.</p>
<p>Ich ging an mein Sparschwein und nahm meine hundert Mark, die ich ihm dann zeigte und ihn zu Eis und Kino einlud.</p>
<p>Seitdem möchte ich eigentlich nichts mehr finden. Kannst du das verstehen?“</p>
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		<title>AMOS und die witzigen Thäue</title>
		<link>http://www.piratenschaf-amos.de/2010/05/04/amos-und-die-witzigen-thaue/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 18:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bonbons]]></category>
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		<category><![CDATA[violett]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ein Kind damals nur drei Pfennig hatte, aber trotzem Bonbons kaufen wollte, dann war nicht jede Krämerseele bereit, Bonbons zu verkaufen. Es gab da mal die Gebrüder Thau, die sich solcher Seelen annahmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>„Opa Hermann, ich kann nicht einschlafen“, lugte das gefährliche Piratenschaf unter seiner Kuscheldecke hervor. „Kannst du mir nicht noch eine Geschichte aus deiner Jugend erzählen?“</p>
<p>Der väterliche Freund sah leicht genervt herüber. „EINE Geschichte – und dann wird ein Schläfchen gehalten, klar?!“</p>
<p>„Klar!“</p>
<p>„Also. Damals im Viertel gab es die Gebrüder Thau, drei herzensgute Lausbuben, die man einfach mögen musste. Mitten auf dem Marktplatz stand ein Kiosk, worin ein kleiner älterer Herr saß.</p>
<p>Kamen kleine Kinder und wollten für drei Pfennig Bonbons, dann reagierte er jeweils mit einem Tobsuchtsanfall, dass er für solche Mini-Aufträge keine Lust hatte, das Glas vom Regal zu holen und rannte auch noch hinter ihnen her.</p>
<p>Alles in allem: Ein böser Zeitgenosse und die Kinder trauten sich nicht mehr hin.</p>
<p>Das gefiel aber den Thäuen nicht und sie heckten etwas aus. Jürgen, der Jüngste, hatte den unschuldigsten Blick und klopfte an die Scheibe. ‚Für drei Pfennig gemischte Bonbons bitte. Aber warten sie – ich sage ihnen, welche ich haben will.’</p>
<p>Sofort riss der so angesprochene das gläserne Schiebefenster zur Seite, steckte seinen Kopf heraus und brüllte hochrot angelaufen und die Halsadern schwollen an.</p>
<p>Was Jürgen denn wohl einfiel? Der grinste aber nur breit. Der Mann konnte sich aber nicht beruhigen und schimpfte, was das Zeug hielt.</p>
<p>Gerd, der älteste, hatte etwas seitlich gestanden und schob nun das Fenster zu, wobei er den Hals einklemmte und der arme Mann ins Violette wechselte.</p>
<p>‚Auch Kinder mit ein paar Pfennigen sind Kunden, die du gut behandeln musst! Hast du das verstanden? Wiederhole mal!’</p>
<p>Aber der so eingequetschte konnte nichts wiederholen, weil er nach Luft schnappte, als ich um die Ecke bog und die Szene mitbekam.</p>
<p>‚Seid ihr wahnsinnig? Lasst ihn sofort frei!’</p>
<p>‚Der brauchte mal so etwas – letztens hat er ein Kind gehauen. Aber wir glauben, er macht derlei nie wieder’</p>
<p>Japsend und röchelnd plumpste der hochrote Kopf auf das Fensterbrett und die drei Rächer verzogen sich lachend.“</p>
<p>„Oh – so was auch“ AMOS war entsetzt. „Machen die das etwas etwa heute auch noch?“</p>
<p>„Nein, die sind nun auch schon Mitte fünfzig, aber jetzt wird wirklich geschlafen.“</p>
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		<title>AMOS und die Firmung</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 16:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Weihbischof]]></category>

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		<description><![CDATA[Damals war alles züchtig. Die Lehrer schlugen die Schüler, die Eltern züchtigten Ihre Kinder und die kirchlichen Würdenträger... ja was machten die eigentlich? Opa Hermann erzählt eine Anekdote aus seiner Jugend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„Samstags mussten wir – gewaschen und gekämmt mit sauberen Fingernägeln – zur Beichte. Sonntags um neun in die Messe, wo Namenslisten geführt wurden und nachmittags um drei zum Christenunterricht als Vorbereitung zur Firmung. Das Wochenende war somit keines in unserem Sinn und Sünden zur Beichte musste ich erfinden. Aber dann kam der Tag der Firmung.</p>
<p>Es war ein heißer Sommertag des Jahres 1957 und der vermeintlich schwer Herzkranke Weihbischof war extra angereist. Man sah ihm auch sein Leiden an, weil er nämlich eine dunkelrote und leicht violette Gesichtsfarbe hatte.</p>
<p>Die beiden Messdiener taten am Altar das, was sie immer taten: Sie nippten am Messwein. Was sie nicht wussten, war jedoch, dass es diesmal Korn war, der mittlerweile lauwarm schmeckte. Hinten im Kirchenschiff betete ein Sextett frommer Frauen, wie sie immer dort saßen und kontinuierlich beteten.</p>
<p>Der Pfarrer beobachtete argwöhnisch, wie erst einer, dann der zweite Messdiener schnarchend umkippte. Mein lachen hallte in der Akustik und das Schallen der Ohrfeige des Pfarrers ebenfalls. Der Weihbischof bekam das nicht mit und setzte an, den ersten Knaben zu firmen, der allerdings schon vierzehn war und nicht so jung wie ich. Mit seinen Eltern – einem Metzgerehepaar, förmlich breit wie hoch – war er gekommen und privat begeisterte ihn auch noch sein Boxtraining.</p>
<p>Nach einem lateinischen Text setzte der geistliche Würdenträger sitzend zur symbolischen Ohrfeige an. Der Heranwachsende wich, nach gelernten Boxreflexen, aus, ohne das böse gemeint zu haben.</p>
<p>Der verärgerte Weihbischof ermahnte und wiederholte.</p>
<p>Diesmal wich der Junge zur anderen Seite aus, was den Ärger steigerte.</p>
<p>‚Noch einmal und du wirst nicht in den Kreis Gottes aufgenommen’ tobte er und die frommen Damen bekreuzigten sich vielfach.</p>
<p>Auf mein Lachen kam das Klatschen und diesmal beugte sich der kirchliche Würdenträger nach vorn, verlor das Gleichgewicht und lag fluchend vor dem umgekippten Stuhl.</p>
<p>Nun war das Maß voll und das Reich Christi hatte keine Lust mehr. Dann sprang der Vater auf und fuchtelte mit dem Finger. ‚Der Junge wird, wie ich, Metzgermeister, Du besoffenes Schwein. In euren Verein muss er deswegen nicht. Kommt, wir gehen!’</p>
<p>Ich brüllte vor Lachen und auch die Schläge konnten mich dabei nicht bremsen.</p>
<p>Der Pastor eilte an den Altar und ohrfeigte die schnarchenden Messdiener wach und die alten Damen baten Gott um Verzeihung. Alles würde ein schreckliches Nachspiel für uns haben, brüllten der Pfarrer und der schwerst alkoholkranke Weihbischof im Chor.</p>
<p>Ja, so war das damals, kleines gefährliches Piratenschaf.“</p>
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		<item>
		<title>AMOS und das Gespenst von Bilk</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 16:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gassi]]></category>
		<category><![CDATA[Gespenst]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselwesen]]></category>
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		<description><![CDATA[Gibt es gespenster? Eine Frage, die nicht nur Kinder bewegt, sondern auch Piratenschafe. Seien sie auch noch so gefährlich. Opa hermann ist sich nicht sicher. Aber da gab es doch damals das Gespenst in seiner Heimat. Das Gespenst von Düsseldorf-Bilk. Gruselig. Aber auch total traurig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>„Opa Hermann“, das gefährliche Piratenschaf zupfte ihn am Hosenbein. „Opa Hermann, glaubst du daran, dass es Gespenster gibt?“</p>
<p>Der alte Bergmann musste lachen.</p>
<p>„Nein. Natürlich nicht – oder doch? Also damals in Düsseldorf erlebte ich folgende Geschichte mit dem Hund Paul, den ich damals gefunden hatte.</p>
<p>Es war jeden Abend um zweiundzwanzig Uhr dreißig. Jeden Tag ein Muss für jede Hundefreundin, jeden Hundefreund. Man nahm sich seinen Vierbeiner und war ganz schnell inmitten einer Gesprächsrunde, nämlich auf der einzigen größeren Wiese am Dahlacker in Düsseldorf-Bilk.</p>
<p>Schnell wurden wir von ganz lieben älteren Damen angesprochen: ‚Wie heißt dä denn? Mer han schon dä dritte Pudel in Serie&#8230;’ Einfach nur schön, diesen unaufgeforderten Hündchen-Abenteuern zu folgen, aber dann waren alle wie mit einem Schlag verschwunden. Ganz seltsam war das!</p>
<p>Ratlos stand ich noch allein da und man raunte mir zu, dass jetzt ‚Dat Jespänst kütt’&#8230;</p>
<p>Ein Gespenst – mitten in der Woche und mitten im friedlichen Bilk?! Nein, bange waren Hund Paul und ich nicht – aber wenn es wirklich ein Gespenst wäre?!</p>
<p>‚Do isset – schnell weg he&#8230;’ Die älteren Frauen stoben auseinander und flohen. Die letzte packte sich ihren Zwergdackel unter den Arm und eilte watschelnd in den schützenden Hauseingang.</p>
<p>Und dann stand es vor uns – das Gespenst von Bilk! Im Schein der vorbeifahrenden Autoscheinwerfer reflektierte das leicht zottelige Fell gelblich und grünlich. Für ein Gruselwesen sah es doch eher nach Wolf oder so aus. Wir näherten uns vorsichtig und es war ein ca. anderthalb-jähriger, leicht irritierter Irischer Wolfshund.</p>
<p>Dann erfuhren wir auch von seinem Schicksal. Ein junges Pärchen mit Drogenproblemen hielt ihn in einer kleinen Etagenwohnung. So gegen halb elf Uhr bekam er einen Tritt und musste allein Pipi machen gehen. Einmal wurde er bereits, aber nicht so schlimm, angefahren und das machte ihn noch scheuer. Aber ab und zu wollte er aber auch mal den anderen Hunden ‚Tach’ sagen, was immer falsch aufgefasst wurde.</p>
<p>Das Gespenst war also ein junger großer Hund – und ein armes Schwein sowieso.</p>
<p>Wir sorgten dafür, dass er ins Tierheim kam, wo er sich sicherlich das erste Mal satt essen konnte. Dann, anderthalb Stunden später, wurde er in die Neusser Bauernschaft adoptiert und es ging im von da an sehr, sehr gut.“</p>
<p>Amos hatte gespannt zugehört.</p>
<p>„Dann haben Gespenster also auch vier Beine?!“</p>
]]></content:encoded>
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		<title>AMOS und die Begegnung mit dem Wolf</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 08:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[als alles Rock 'n' Roll war]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsschuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Handlanger]]></category>
		<category><![CDATA[hauen]]></category>
		<category><![CDATA[Hornbrille]]></category>
		<category><![CDATA[Jägerhütchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittdreißiger]]></category>
		<category><![CDATA[NSU]]></category>
		<category><![CDATA[Sägeblätter]]></category>
		<category><![CDATA[Schrott]]></category>
		<category><![CDATA[vorgealtert]]></category>
		<category><![CDATA[Zunge rausstrecken]]></category>

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		<description><![CDATA[Damals, als Opa Hermann noch ein Kind war und sicherlich nicht das Herzblatt der Nachbarschaft, herrschte noch Zucht und Ordnung. Meinten die meisten jedenfalls.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„&#8230;Hast du schon einmal einen Wolf getroffen?“</p>
<p>Opa Hermann lachte und band dem gefährlichen Piratenschaf die Augenklappe auf die andere Seite.</p>
<p>„Nein – oder … ja!</p>
<p>Ich hatte damals zur Zeit des Rock ’n’ Roll schon einmal eine Begegnung mit dem Wolf. Alles begann, als ich vom Spielen nach Hause kam und Stimmen aus der Küche hörte.</p>
<p>‚Und was wollen sie nun von meinem Sohn?’</p>
<p>‚Er hat mir die Zunge raus gestreckt. Wollen sie ihn hauen, oder soll ich das übernehmen?’</p>
<p>‚Hier wird niemand verhauen und wieso wissen sie, dass es ausgerechnet mein Sohn war?’</p>
<p>‚Es war einer derer, die immer vor der Halle spielen. Die sehen doch alle gleich aus.’</p>
<p>Günter Wolf, ein vorgealterter Mittdreißiger mit Hornbrille und Jägerhütchen zum fleckenfreien grauen Kittel war Handlanger in einer Firma, die Sägeblätter schliff. Ihn nahm mein Vater wohl nicht für voll. Vor kurzem war er bei der Mutter ausgezogen, weil er nach eigenen Aussagen eine zweite Mutter geheiratet hatte. Vater meinte, dass sie sicher noch älter als seine Mutter war.</p>
<p>Günter Wolf hatte aber auch ein neues Auto der Marke NSU. Dieses polierte er behutsam und hingebungsvoll. Wir Kinder durften nicht näher als zehn Meter kommen, denn dann konnte er fürchterlich toben. Daher hieß er bei uns nur der große böse Wolf, obwohl er nicht ganz so groß war.</p>
<p>Weil mein Vater mich nicht vorbeugend verhauen wollte, setzte er noch eins drauf. ‚Die rufen schon mal großer böser Wolf!’</p>
<p>Nein, das geht ja auch nicht, aber ich durfte nicht mit lachen. Schließlich war ich ja Kind, aber Vater versprach, mehr auf meine Erziehung zu achten und ich ging dem bösen Wolf aus dem Weg, mied den Hof, wenn er akribisch mit stechendem Blick und erregt hechelnd energisch, aber sanft den Lack polierte.</p>
<p>Meine Spielkameraden lugten dann immer um die Ecke und riefen: ‚Scheiß Karre, großer böser Wolf!’</p>
<p>Das Klappern der Arbeitsschuhe, während er meine Kollegen verfolgte, hörte man noch weit.</p>
<p>Einmal saßen wir beim Abendbrot, als Wolf wohl Feierabend hatte und noch eine späte Lieferung Sägeblätter kam. Ein höllisches Knirschen und Scheppern ließ uns zusammen zucken. Günther Wolf stand leise schluchzend neben einem Haufen Schrott, der einmal sein neuer NSU war.</p>
<p>Danach soll er gekündigt haben und niemand sah ihn wieder.“</p>
<p>„Ist er vielleicht in die Politik gegangen?“ fragte AMOS altklug.</p>
<p>„Vielleicht&#8230;“ Opa Hermann goss noch einmal Kakao nach.</p>
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		<title>AMOS und Möppis Trauerfeier</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 20:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ammon]]></category>
		<category><![CDATA[Bonbon]]></category>
		<category><![CDATA[Frollein]]></category>
		<category><![CDATA[Möppi]]></category>
		<category><![CDATA[Mops]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegskinder]]></category>
		<category><![CDATA[Pils]]></category>
		<category><![CDATA[Rehpinscher]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkhalle]]></category>

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		<description><![CDATA[Opa Hermann schwelgt in Erinnerungen an das Frollein Ammon und ihren kleinen Hund. Ein paar Pils hat er natürlich schon getrunken. Aber das macht nichts. Der kleine gefährliche Pirat hört geduldig zu. Möppi ist tot.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>Opa Hermann hatte schon drei Pils getrunken.</p>
<p>Halblaut sprach er in die Richtung, wo AMOS brav hockte: „Vielleicht hatte vor dem Krieg dort einmal eine Trinkhalle gestanden? Auf jeden Fall wurde in dem Neubau der Häuserzeile eine solche integriert. Davor wurden beste Steinplatten verlegt und es war ein Paradies für kleine Rollschuhfahrer – jedenfalls, wenn man nicht auf der anderen Straßenseite wohnte. Dann wurde man ermahnt, sich doch gefälligst vor der eigenen Haustüre zu bewegen.</p>
<p>Doch in dieser neuen Trinkhalle gab es einen strengen, aber sehr kinderlieben guten Geist. Sie hieß ‚Frollein Ammon’ und wer sich die Knie aufgeschürft hatte, dem gab sie ein Bonbon drauf zur Genesung. Oft jagte sie aber auch Kinder weg, wenn sie viermal hintereinander die angeblich frische Blessur zeigten.</p>
<p>Dann war da noch dä Möppi.</p>
<p>Junge oder Mädchen – das habe ich nie raus gefunden, aber ich starrte dieses Wesen immer gebannt an und konnte die Augen nicht lassen. Ein Rehpinscher – Floh-Pinscher durften wir nicht sagen – war zumindest auch an der Zeugung beteiligt gewesen. Vielleicht noch ein Mops, denke ich mal.</p>
<p>Der oder die kleine Möppi hatte Glubschaugen, bekam kaum Luft und war breit wie hoch. Der Leib ruhte auf einem Rollschuh und ein Schal führte unter diesem herum und war am Rücken mit einer großen Sicherheitsnadel festgehalten. So konnte Möppi wenigstens rollen – wenn auch witzig. Möppi bewegte sich folglich langsam, hechelte und glotzte jedoch immer freundlich.</p>
<p>Wir zeigten immer dramaturgisch Schrammen und Schnitte – bis Fräulein Ammon einmal sehr abwesend einige Tränen weg drückte. In der Nacht hatten die Engelchen Möppi in den Hundehimmel geholt, was uns alle sehr bedrückte. Aber die Nachkriegskinder waren natürlich auch wendig. All zu üppig wurde kondoliert und immer wieder gab es einen Bonbon – auf de ärme Möppi.</p>
<p>Ich wollte es auch besonders dramaturgisch machen und murmelte: ‚Dä ärme Möppi is kapott&#8230;’</p>
<p>‚Dä is nitt kapott – dä is jestorve!!’ Sie sah mich strafend an und ich wurde feuerrot. Dann griff sie ins Bonbonglas und gab mir eine Hand voll. ‚Jruuß – von dä Möppi usem Himmel!’“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf hatte die Kuscheldecke herbeigezerrt und über Opa Hermann ausgebreitet.</p>
<p>„Dä Möppi ist jetzt sicher schon lange im Hundehimmel. Meinst du nicht?!“</p>
<p>Opa Hermanns Schnarchen kam ihm wie eine Bestätigung vor. Dann kuschelte sich das gefährliche Piratenschaf ganz dicht an seine Seite und schnarchte mit ihm im Duett.</p>
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		<title>AMOS und die gesunde Skepsis</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 16:57:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Glühbirne]]></category>
		<category><![CDATA[Hausflur]]></category>
		<category><![CDATA[Hintern treten]]></category>
		<category><![CDATA[Mitshaus]]></category>
		<category><![CDATA[Tannenbäume]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>

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		<description><![CDATA[Opa Hermann schildert dem gespannt zuhörenden Piratenschaf eine Erinnerung aus seiner Kindheit. Seltsame Streiche wurden damals gespielt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>„&#8230; und du wohntest damals in so einem alten Mietshaus, wo die Decken ganz hoch waren?“</p>
<p>Opa Hermann legte Lesebrille und Zeitung an die Seite.</p>
<p>„Die da wohnten, waren alle Arbeiter. Sie liefen gern im Unterhemd herum und trugen darüber so breite Hosenträger. Ihre Fußtritte hörte man durch die Schweren Schuhe immer durchs ganze Treppenhaus. Fleißige Arbeiter waren sie, keine Weicheier, aber immer recht lieb, wenn sie nicht gerade getrunken hatten.“</p>
<p>AMOS hatte sich bei der Schilderung geduckt, weil er sich alles recht lebhaft vorstellen konnte.</p>
<p>„Aber einmal, kurz nach Weihnachten, planten die großen Jungs einen Streich. Groß nannten wir sie, weil sie bereits vierzehn waren. Nach den Festtagen durfte man die Weihnachtsbäume an die Straße legen, wo sie von der Stadtreinigung kostenlos abgeholt wurden. Die Jungs schleppten aber alle Bäume in den Hausflur und hatten zuvor die Glühbirne heraus gedreht. Natürlich war der Hausflur ebenfalls hoch, wie auch die Tannenbäume und da passten einige rein.</p>
<p>Nun schellten die Bengel Sturm und als die Türöffner gedrückt wurden, riefen sie lauthals ‚Ihr faulen Idioten, schlaft ihr schon?’ und rannten schnell weg. Im Nu hörte man das Poltern der herunter laufenden und fluchenden Familienväter, die dann im Dunkeln in die Tannenbäume fielen und sich laut schimpfend daraus befreiten.</p>
<p>Mein Freund und ich beobachteten es etwas entfernt und ich schlug vor, ebenfalls schnell abzuhauen. ‚Mein Vater ist Polizeibeamter und riet mir, wenn ich unschuldig bin, brauche ich nicht weg zu laufen.’ Ich grinste und entgegnete ‚Mein Vater ist zwar nur Handwerker, aber so einen Blödsinn würde er nie erzählen.’ Ich machte mich davon.</p>
<p>Als ich mich umdrehte, sah ich noch, wie die Männer in den Unterhemden meinem dicken Freund in den Hintern traten.“</p>
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		<title>AMOS und die Faszination Auto</title>
		<link>http://www.piratenschaf-amos.de/2010/02/18/amos-und-die-faszination-auto/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 20:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Autos]]></category>
		<category><![CDATA[Autosalon]]></category>
		<category><![CDATA[Genf]]></category>
		<category><![CDATA[Transporter]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal versteht AMOS den alten Mann nicht so richtig. Warum sollten früher in München die Autos schöner gewesen sein als im Ruhrgebiet? Und warum werden in Genf Fahrzeuge frisiert?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Rainer Dietrich</pre>
<p>Genussvoll betrachtete Opa Hermann die Tageszeitung.</p>
<p>„Herrlich, dieser Genfer Autosalon. Es ist ein Mekka für Kraftfahrzeug-Sehnsüchte, besonders, wenn man nur ein altes Fahrrad mit Anhänger fährt.“</p>
<p>AMOS kannte nur den Damen- und Herrensalon aus der Nachbargemeinde. Seitdem er wusste, dass er bald geschoren werden müsste, machte er einen großen Bogen darum. Schließlich sollte man das Schicksal nicht unnütz herausfordern.</p>
<p>„Warst du denn als Kind auch schon so? Ich meine, so mit Autos?“</p>
<p>Der väterliche Freund schaute über die Lesebrille und lächelte.</p>
<p>„Autos? Ja! Das ging uns allen Jungs wohl so. Wir notierten sogar die Kennzeichen um voreinander ein wenig anzugeben. Bei uns an der Straße war sogar eine Firma, die neue Autos nach München transportierte. Oft sahen wir zu, bis wir halt weggejagt wurden und kletterten auch heimlich auf die Transportwagen, was uns freilich streng verboten war.“</p>
<p>Mit interessiertem Blick schob ihm das gefährliche Piratenschaf seine leere Kakaotasse hin.</p>
<p>„Nur an einem Tag hatten wir großes Glück. Als wir wieder einmal darauf herumstiegen, startete ein Fahrer, der uns nicht gesehen hatte, nach Bayern.</p>
<p>Meine Freunde schafften es noch, herunter zu springen. Ich war auf dem oberen Deck und hielt mich nur krampfhaft fest, als der Fahrer langsam das Firmengelände verließ. In Panik vergaß ich sogar zu schreien und hielt mich nur fest.</p>
<p>Er fuhr die Straße entlang, verließ unser Heimatviertel und irgendwann musste er doch stoppen, worauf ich hastig heruntersprang und unsanft landete. Nur wo war ich?</p>
<p>Eine ältere Frau sah sich mein aufgeschlagenes Knie an und meinte, dass ich noch</p>
<p>Gute anderthalb Stunden bis nach Hause laufen müsste, was ich auch mühevoll begann. Zu Hause kam ich natürlich zu spät zum Abendessen und schwieg aber eisern.“</p>
<p>AMOS schob seine Kakaotasse bittend noch näher.</p>
<p>„Und wieso meintest du, dass gerade in München schönere Autos als im Ruhrgebiet herumfuhren?“</p>
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