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	<title>AMOS, das Piratenschaf &#187; Fahrrad</title>
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	<description>Niemals aufgeben - Avalott-Mäh!</description>
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		<title>AMOS und die Fahrradpanne</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 05:39:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[von Jolante Beek „Was ist mit Dir, Opa Hermann? Du schaust ja ganz seltsam drein. Geht es Dir nicht gut?“ Der alte Bergmann legte die Tageszeitung zur Seite und setzte die Lesebrille ab. „Ach weißt Du, AMOS, Du hast noch unter deiner Kuscheldecke geschlafen und ich war draußen. Ein ca. dreizehnjähriger Junge schob mit sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Jolante Beek</pre>
<p>„Was ist mit Dir, Opa Hermann? Du schaust ja ganz seltsam drein. Geht es Dir nicht gut?“</p>
<p>Der alte Bergmann legte die Tageszeitung zur Seite und setzte die Lesebrille ab.</p>
<p>„Ach weißt Du, AMOS, Du hast noch unter deiner Kuscheldecke geschlafen und ich war draußen. Ein ca. dreizehnjähriger Junge schob mit sehr traurigem Gesicht sein Fahrrad in Richtung Schulzentrum im Nachbardorf. Im Hinterrad war ein Platten.“</p>
<p>„Und Du hast ihm geholfen?“, strahlte das gefährliche Piratenschaf.</p>
<p><span id="more-1049"></span>Opa Hermann sah aus dem Fenster. „Leider nicht – und das fiel mir schwer. Natürlich hätte er unser Fahrrad nehmen können und heute Mittag hätte er es gegen seines wieder ausgetauscht. Bis dahin hätte ich auch den Platten repariert.“</p>
<p>„Aber Du hast ihm nicht geholfen?“</p>
<p>„Nein, obwohl der Junge mir sehr leid tat. Aber er war allein, Du schliefst noch und die heutige Zeit, die Berichte in den Medien, haben uns alle doch ziemlich nervös gemacht, zumal, was Kinder und Jugendliche angeht. Wenn man einmal so einen Täter gefasst hat, dann sahen die doch ganz schlicht und unauffällig aus. Ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass ich Jungs in unsere Kate locke.“</p>
<p>„Was sagst Du denn da? Der arme Junge kannte Dich doch gar nicht und sonst war ja wohl auch niemand weit und breit.“</p>
<p>„Genau das ist es ja! Weil eben weit und breit niemand war, hatte ich Vorbehalte. Wenn da zwei oder drei Jungs gewesen wären, hätte ich sie sofort aufs Grundstück gebeten, aber so war mir das doch zu unsicher – wegen der eventuellen üblen Nachrede.“</p>
<p>„Du meinst also, dass die Welt schlecht ist? Aber wir sind doch anders.“</p>
<p>„Ich sage es mal so: Es gab immer schon gute und böse Menschen, aber heute und durch die genaue Berichterstattung bekommt jeder alles mit und das Vertrauen ist ziemlich dahin.“</p>
<p>Erregt stampfte das gefährliche Piratenschaf mit dem rechten Huf auf den Dielenboden. „Dann hängen wir doch einfach ein großes Schild an den Zaun, wo drauf steht: <em>Wir sind anders!</em>“</p>
<p>„Oh Gott!“, Opa Hermann hatte fast seinen Kaffee ausgeprustet. „Das könnte man aber auch wieder ganz anders verstehen!“</p>
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		<title>AMOS und der Lockvogel</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 17:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[von Mischar Jung Das Wetter war so, wie es für einen spätsommerlichen Vormittag richtig erscheint. Nach einem ausgedehnten Frühstück kantaperten Opa Hermann und sein augenbekl(o/a)ppter Möchtegern-Pirat munter durch die Leeraner Wohngebiete und schauten sich die Leute an. Einige waren damit beschäftigt, den Garten von dem ersten herabfallenden Laub zu befreien, andere fegten die Einfahrt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Mischar Jung</pre>
<p>Das Wetter war so, wie es für einen spätsommerlichen Vormittag richtig erscheint. Nach einem ausgedehnten Frühstück kantaperten Opa Hermann und sein augenbekl(o/a)ppter Möchtegern-Pirat munter durch die Leeraner Wohngebiete und schauten sich die Leute an.</p>
<p>Einige waren damit beschäftigt, den Garten von dem ersten herabfallenden Laub zu befreien, andere fegten die Einfahrt und die Bürgersteige nach klinischem Reinheitsgebot und wieder andere standen einfach in der Gegend herum und schauten neugierig in vorbeifahrende Autos.</p>
<p>Opa Hermann kam unfreiwillig mit den meisten ins Gespräch, weil AMOS es einfach nicht lassen konnte, jeden zu Fragen ob er oder sie nicht seine lieben Piratenfreunde gesehen hätte. Jedesmal verabschiedete er sich mit einem kräftigen Avalott-Mäh, was die meisten aber mit kopfschüttelndem Unverständnis quittierten.</p>
<p><span id="more-675"></span>Opa Hermann wollte gerade dem gefährlichen Piratenschaf die Augenklappe auf das andere Auge binden, damit er wirklich nie ein Augenleiden bekäme, als plötzlich und unerwartet ein Fahrrad neben ihnen hielt.</p>
<p>„Ach, das ist ja schön. Ihr seid wirklich ein schönes Pärchen“, sagte der alte Mann auf dem klapprigen Rad. „Ich bin gerade unterwegs.“</p>
<p>Der Mann starrte AMOS an und beugte sich von seinem Fahrrad ein wenig nach vorne über. AMOS wirkte ein wenig ertappt und antwortete: „Moin! Ich bin AMOS, das gefährliche Piratenschaf und das ist Opa Hermann. Wir suchen meine lieben Piratenfreunde. Hast Du sie vielleicht gesehen?“</p>
<p>Der Mann starrte weiter auf den zotteligen Gesellen. „Ich war früher bei der Deutschen Bahn als Lockvogel – äh Führer. Lokführer. Aber jetzt nicht mehr.“</p>
<p>„Och, das war bestimmt eine schöne Zeit“, schmunzelte Opa Hermann.</p>
<p>Der Mann sah nun zu Opa Hermann und erwiderte: „Gestern war ich in dem Lokal mal drin und der Bodyguard hat mich gepackt und umgedreht und kopfüber vor die Tür geworfen. Das hat vielleicht weh getan.“</p>
<p>Der alte Bergmann und AMOS warfen sich etwas verwirrt gegenseitig Blicke zu. Der Mann redete weiter. „Und eins sag ich noch. Tiere sind die besten Freunde des Menschen. Und Du bist wirklich ein schöner Hund.“</p>
<p>AMOS wollte gerade erwidern, dass er ja gar kein Hund sei, kam aber nicht dazu. Opa Hermann musste grinsen und sagte: „Das stimmt allerdings.“</p>
<p>„Jetzt muss ich aber weiter. Ich wünsche noch einen schönen Tag.“ Der Mann setzte sich wieder auf seinen Sattel und radelte davon. AMOS rief auch ihm ein kräftiges Avalott-Mäh hinterher.</p>
<p>„Opa Hermann? Ich verstehe nicht.“</p>
<p>„Lass mal gut sein“, lachte der Rheinländer. „Der arme Mann hat sicherlich viel in seinem Leben erlebt und ist letztendlich nicht ganz damit klargekommen. Jetzt lebt er in seiner eigenen Gedankenwelt und will den Menschen sicherlich nichts Böses. Dabei vermischen sich Realität und Gedankenwelt miteinander und es entstehen Geschichten, die wir so nicht mehr nachvollziehen können.“</p>
<p>„Der Mann war also geisteskrank?“ fragte der zottelige Geselle besorgt.</p>
<p>„Das würde ich nicht unbedingt sagen. Aber ich will es mal so formulieren. Er hatte sicherlich noch alle Tassen im Schrank, aber sie stehen nicht notwendigerweise in der richtigen Reihenfolge.“</p>
<p>„Oder er hatte noch alle Latten am Zaun, nur einige hängen schief?“</p>
<p>„Genau. Oder aber bei ihm piepst es ein wenig.“</p>
<p>„Der war ja auch mal Lockvogel“, schlussfolgerte AMOS und beide gingen wieder nach Hause in die Kate und tranken einen schönen warmen Kakao.</p>
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		<title>AMOS und das Sommerloch</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 04:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitspiegel]]></category>
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		<description><![CDATA[von Thea Bretten Nein, der väterliche Freund tat so, als habe er nichts gesehen, während AMOS ein langes Seil auf den Anhänger des alten Fahrrades wuchtete. Immer, wenn dieser zu ihm hin schaute und seinen Blick suchte, wandte er sich ab. Schließlich war die Augenklappe ganz verrutscht und der Kleine musste sich erst mal ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Thea Bretten</pre>
<p>Nein, der väterliche Freund tat so, als habe er nichts gesehen, während AMOS ein langes Seil auf den Anhänger des alten Fahrrades wuchtete. Immer, wenn dieser zu ihm hin schaute und seinen Blick suchte, wandte er sich ab. Schließlich war die Augenklappe ganz verrutscht und der Kleine musste sich erst mal ins Gras setzen.</p>
<p>Opa Hermann trat näher.</p>
<p><span id="more-546"></span>„Ich soll Dir jetzt nicht nur das Ding auf die andere Seite binden, sondern auch noch fragen, wofür wir bei unserem Ausflug zum Supermarkt ein langes Seil brauchen?“</p>
<p>Mit einem ärgerlich verzogenen Schnütchen stampfte AMOS mit dem Rechten Huf kräftig auf.</p>
<p>„Na, blöd bin ich ja nun auch nicht! Ich höre auch schon mal allein Radio – und nicht nur Musik! Natürlich auch Musik – und davon am liebsten Oldies, aber die hörst Du ja auch gern.“</p>
<p>„AMOS – komm bitte endlich zur Sache. Ich will endlich los fahren&#8230;“</p>
<p>Nun stampfte der gefährliche kleine Held auch noch mit dem anderen Huf.</p>
<p>„Wie gesagt – halt eben nicht nur Musik, sondern auch, was die sonst noch so erzählen, weißt Du? Gestern sagten sie jedenfalls, dass viele Leute jetzt schon Opfer des Sommerloches geworden seien. Sollten wir nun da auch noch rein fallen, dann haben wir wenigstens ein Tau dabei.“</p>
<p>Opa Hermanns verborgenes Grinsen hatte er dennoch mitbekommen und weinte etwas vor Wut.</p>
<p>„Hey – nicht böse sein. Es ist nicht so gemeint&#8230; Ich wollte nur ergänzend sagen, dass wir für diesen Fall auch noch etwas Kakao mitnehmen sollten, falls das Loch doch größer ist.“</p>
<p>So schnell konnte er gar nicht gucken, wie das gefährliche Piratenschaf zwei Six-Pack holte.</p>
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		<title>AMOS im Krimiland &#8211; Teil 4</title>
		<link>http://www.piratenschaf-amos.de/2009/11/07/amos-im-krimiland-teil-4/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 18:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimiland]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[fünfziger Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Sand]]></category>
		<category><![CDATA[Schmuggler]]></category>
		<category><![CDATA[Zoll]]></category>
		<category><![CDATA[Zöllner]]></category>

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		<description><![CDATA[Wann immer jemand aus Holland kristalline Strukturen über die Grenze bringt, muss das ja nicht gleich was Schlimmes sein. Die Zöllner kamen jedenfalls nicht drauf. Und AMOS kapiert nix.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Caja Schwetters</pre>
<p>„AMOS, wie weit bist du mit deinem Krimi?“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf blinzelte mit verrutschter Augenklappe, die auf die andere Seite gebunden werden musste.</p>
<p>„Zumindest bin ich schon ziemlich aufgeregt, denn alles ist so entsetzlich spannend.“</p>
<p>„Also, damals in den frühen Fünfziger Jahren gab es noch nicht so viel Geld, wie später und da trug sich im Nettetal an der holländischen Grenze folgende Geschichte zu. In unregelmäßigen Abständen kam ein Mann rüber nach Nordrhein-Westfalen und hatte immer einen großen Sack auf dem Fahrrad, was er vorsichtig schob. Immer wieder wurde er gefragt, ob er etwas zu verzollen hatte und stets zeigte er schweigend auf den Sack. Dieses Spielchen ging über Jahre und die Zöllner schütteten jeweils den Sack aus, worin sich immer Sand befand. Man untersuchte erst mit der Lupe, dann mit dem Mikroskop, roch daran, versuchte zu schmecken und schickte schließlich Proben ein. Aber es war und blieb Sand – nur Sand, in dem auch nichts versteckt war. Dennoch hörte man nie auf, alles zu überprüfen und die Jahre gingen dahin. Irgendwann waren die Zöllner im Ruhestand und saßen mit dem ebenfalls alt gewordenen Mann in einer Kneipe beim Bier, prosteten sich freundschaftlich zu, gaben ihm auch noch einen Genever aus.</p>
<p>„Nun sage doch mal. Es ist doch auch schon so lange her. Was war nun mit, oder in dem Sand?!“</p>
<p>Der Mann hob sein leeres Schnapsgläschen hoch, was sofort wieder gefüllt wurde und begann leise und grinsend zu sprechen, wobei es die pensionierten Zöllner vor Spannung kaum aushielten.</p>
<p>„Also. Der Sand war völlig unschuldig. Ich habe nur Jahre lang viele Fahrräder geschmuggelt.“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf war vor Aufregung von der Küchenbank gerutscht. „Und die hatte er also jeweils in dem Sack transportiert?!“</p>
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		<title>AMOS im Krimiland &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://www.piratenschaf-amos.de/2009/10/04/amos-im-krimiland-teil-1/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 09:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimiland]]></category>
		<category><![CDATA[ausgeraubt]]></category>
		<category><![CDATA[Bäcker]]></category>
		<category><![CDATA[Diebstahl]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Neuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Nordwesten, Quell vieler guter Krimiautoren, steht ein kleines Piratenschaf davor den Schritt zu tun und ein berühmter Krimiautor zu werden. Glaubt es. Wir werden sehen. Teil 1 ist der Start einer unbegrenzten Serie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Lina Radebeul</pre>
<p>„Opa Hermann ?“</p>
<p>„Noch mehr Kakao und du bekommst sicherlich Bauchweh.“</p>
<p>Das gefährliche Piratenschaf rieb sich verlegen mit dem Huf so seine Schafsnase, dass seine Augenklappe verrutschte.</p>
<p>„Aber das meine ich doch gar nicht.“</p>
<p>Sein großer Freund faltete die Tageszeitung und legte sie auf die Anrichte.</p>
<p>„Der Nordwesten ist doch ein Krimiland, hast du jedenfalls gesagt. Hier schreiben viele. Aber kann ich denn nicht auch mal einen Krimi erfinden?“</p>
<p>Die Lesebrille wurde sorgfältig in die dafür vorgesehene Schutzhülle gesteckt und die Blicke trafen sich, während die Augenklappe auf die andere Seite gebunden wurde.</p>
<p>„Dazu brauchst du erst einmal eine Handlung, um die herum du deine Kriminal-Geschichte erzählst. Lass mich mal überlegen.“</p>
<p>In Gedanken versunken goss der ältere Herr noch einmal Kakao in das Näpfchen, worüber AMOS sich bestimmt nicht beschwerte.</p>
<p>„Du, ich glaube, ich habe da was.“</p>
<p>Er kratzte sich am Kinn und begann mit leiser getragener Stimme, woraufhin das Piratenschaf die Ohren weit auf stellte.</p>
<p>„Das ist eine wahre Geschichte und sie ist auch schon über dreißig Jahre her. Alles trug sich in einer Stadt namens Neuss am Rhein zu. Vor einer Bäckerei stand immer das fahrbereite alte Fahrrad des Bäckers – so ähnlich, wie ich eines habe. Es stand da schon immer und war auch nicht abgeschlossen.“</p>
<p>AMOS bibberte vor Aufregung.</p>
<p>„… und da wurde dann in der Bäckerei Kakao gestohlen?!“</p>
<p>Opa Hermann lächelte und streichelte ihm über sein Köpfchen.</p>
<p>„Nein. Aber eines Morgens war das Fahrrad weg – geklaut, gemopst, entwendet. Auch am nächsten Tag war es weg und auch am übernächsten. Aber am dritten Tag stand es plötzlich wieder da. Am Lenker baumelte ein Umschlag. Neugierig öffnete der Bäcker den Umschlag. Drin war ein Brief. Jemand entschuldigte sich wortreich, dass er oder auch sie in einer schlimmen Notlage dringend das Fahrrad nehmen musste. Es gab keine andere Wahl. Als kleine Entschädigung waren da noch zwei Eintrittskarten für ein wunderschönes Konzert. Der Bäcker und seine Frau freuten sich sehr, machten sich schön und gingen zu diesem wundervollen Konzert.&#8221;</p>
<p>AMOS schwitzte vor Aufregung. „Und das war jetzt der Krimi?“</p>
<p>„Nein – als sie nämlich bei bester Laune und einem guten Essen danach heimkehrten, war ihre Wohnung komplett ausgeraubt.“</p>
<p>AMOS glaubte, verstanden zu haben, fragte aber noch einmal mit ein paar Tränchen in den Augen nach.</p>
<p>Ja, solche Krimis wollte er mit Opa Hermann schreiben.</p>
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		<title>Manager Training</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 10:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[AMOS]]></category>
		<category><![CDATA[Anhänger]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[klettern]]></category>
		<category><![CDATA[Manager]]></category>
		<category><![CDATA[Opa Hermann]]></category>
		<category><![CDATA[outdoor]]></category>
		<category><![CDATA[Tannenzapfen]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[unhöflich]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schöne Jahreszeit war endgültig vorbei, aber von Opa Hermann auf dem Fahrrad-Anhänger gefahren zu werden, machte AMOS doch sehr viel Spaß. Eine Decke lag drin und er hatte seinen roten Schal umgebunden. So genoss er die Fahrt und ließ sich ab und an zu einem wohligen „Mäh“ hinreißen. Grün beruhigt ja bekanntlich und Ostfriesland hat ja nun einmal viel davon.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Ernst-Caspar und Polarfux</pre>
<p>Die schöne Jahreszeit war endgültig vorbei, aber von Opa Hermann auf dem Fahrrad-Anhänger gefahren zu werden, machte AMOS doch sehr viel Spaß. Eine Decke lag drin und er hatte seinen roten Schal umgebunden. So genoss er die Fahrt und ließ sich ab und an zu einem wohligen „Mäh“ hinreißen. Grün beruhigt ja bekanntlich und Ostfriesland hat ja nun einmal viel davon.</p>
<p>Etwas weiter zeichnete sich ein kleines Tannen-Wäldchen ab, das AMOS eigentlich gar nicht so mitbekam, weil er sich halt dem Genuss hingab, so richtig schön bemuttert zu werden. Es waren prächtige Tannen, die viel älter sicherlich auch gar nicht wurden, wenn er Opa Hermanns Schilderungen der Natur um uns herum richtig verstanden hätte, doch etwas ließ ihn ruckartig zusammen fahren, so dass er fast vom Fahrrad-Anhänger geplumpst wäre.</p>
<p>„Opa Hermann, Opa Hermann, halte an! Da oben ist etwas in den Bäumen!“</p>
<p>Opa Hermann stoppte wirklich und drehte sich zu dem kleinen Piratenschaf um. Er war so schön in einem Fahrt-Rhythmus gewesen und nun diese Zwangspause?</p>
<p>„AMOS, nun mal im Ernst. In einem Tannenbaum sind oben Tannenzapfen und die dürfen da auch sein. So ist das nun mal in einem Tannen-Wald.“</p>
<p>AMOS war schon wieder ein wenig beleidigt und guckte etwas piratiger als sonst – meinte er jedenfalls. „Die kenne ich doch und die meine ich nicht. Da oben in den Bäumen sind Leute!“</p>
<p>Diesmal stieg Opa Hermann vom Rad und guckte AMOS skeptisch an. Als er dann auch auf blickte, sah er einzelne Männer mit Seilen und Helmen in den Baumwipfeln. Nun war er doch auch ziemlich erstaunt, denn alles ergab keinen Sinn. Hinter ihnen war ein sportlicher Mittvierziger aufgetaucht, der ebenfalls einen Helm trug, eine Trillerpfeife zwischen den Zähnen hielt und ein Klemmbrett wie ein Schild vor seiner Brust hielt.</p>
<p>„Verschwindet!“, war sein liebloser Kommentar und dann schaute er auch wieder nach oben.</p>
<p>„Ich bin AMOS, ein gefährliches Piratenschaf und das ist Opa Hermann. Wir suchen meine lieben Piratenfreunde. Hast Du sie vielleicht gesehen?“ Dem unhöflichen Fremden fiel die Trillerpfeife aus den Zähnen.</p>
<p>„Und das hier ist ein konzentriertes Outdoor-Managertraining der kostenintensiven Art. Und deshalb verschwindet Ihr besser.“</p>
<p>Diesmal war es Opa Hermann, der neugierig fragte. „Und was suchen sie da oben?“</p>
<p>„Sie suchen nichts – sie finden sich selbst, ihre Grenzen, den Bezug zur Umwelt und zur Realität.“</p>
<p>„Und zu Tannenzapfen?“ fragte AMOS.</p>
<p>Ärgerlich drehte der der Rädelsführer zu ihm. „Darum geht es nur sekundär. Es ist die Sinneserweiterung, endlich etwas grünes anzufassen.“</p>
<p>„Aber Tannenzapfen liegen doch auch auf dem Boden“, gab AMOS nicht auf „und grün ist doch vieles in Ostfriesland.“</p>
<p>Mit einem lauten Plumpsen war einer der Angeseilten Sinnessucher aus dem Baum gefallen und hing nun mit einem hoch gezogenen Bein in einem Ameisenhaufen, der aber Gottlob von seinen Bewohnern schon lange verlassen worden war.</p>
<p>„Minuspunkte – Minuspunkte Dr. Schreller. So geht das nicht. Sie müssen diesen Baum schon lieben. Nur so bezwingen sie ihn.“</p>
<p>Opa Hermann löste das Seil von seinem Bein und half ihm auf. Beschämt klopfte der so getadelte die Tannennadeln aus seiner Outdoor-Kluft und gelobte mehr Konzentration auf das Wesentliche.</p>
<p>„Komm, wir müssen weiter, bevor der nächste uns aufs Fahrrad fällt.“ Opa Hermann trat in die Pedalen und AMOS kam von diesem Eindruck nicht los.</p>
<p>„Was wollten die denn mit den Tannenzapfen?“</p>
<p>„Nein, die sammeln keine Tannenzapfen, die wollten nur mal ausprobieren, wie gut sie sind.“</p>
<p>„Beim Tannenzapfen-Zählen vielleicht?“</p>
<p>„Nein, auch nicht. Das sind so Manager, die zahlen sehr viel Geld für neue Eindrücke. Anschließend behaupten sie, dass sie unglaublich viel gelernt haben. Schon allein, weil dieser Lehrgang sehr teuer ist.“</p>
<p>AMOS dachte angestrengt nach. „Aber die hätten doch viel mehr davon, wenn sie hier auf dem Anhänger säßen und grün ist es hier auch überall. Weißt Du was? Wir legen ein paar Tannenzapfen auf die Decke, setzen zwei Manager hier rein und fahren sie durchs Grüne.“</p>
<p>Opa Hermann runzelte die Stirn. „So dumm ist diese Idee gar nicht. Ich fahre dann über ein paar Steine, damit sie sich ordentlich festhalten müssen. Wenn wir sagen, dass wirklich nur zwei Plätze im Anhänger frei sind, dann meinen sie auch, es ist etwas besonderes. Siehst Du – so kann man Geld verdienen und Leute glücklich machen, die sonst gar nicht mit uns reden würden.“</p>
<p>AMOS strahlte. „Aber eine Augenklappe müssten sie dann neben den Tannenzapfen auch bekommen.“</p>
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