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	<title>AMOS, das Piratenschaf &#187; Fell</title>
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	<description>Niemals aufgeben - Avalott-Mäh!</description>
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		<title>Im Supermarkt</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 11:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[AMOS]]></category>
		<category><![CDATA[Augenklappe]]></category>
		<category><![CDATA[Blaulicht]]></category>
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		<category><![CDATA[Whiskey]]></category>

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		<description><![CDATA[Was macht ein Schaf im Supermarkt? Doch wohl nichts kaufen? An der Kasse nimmt die Geschichte ihren Anfang und AMOS versteht die Welt nicht mehr. Er ist doch nur ein gefährliches Piratenschaf auf der Suche nach den lieben Piraten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich bin &#8230;“</p>
<p>Die desinteressiert dreinblickende Kassiererin schaute ins leere &#8230;</p>
<p>„Erst den Wagen vor schieben – nach hier!“</p>
<p>AMOS wusste nicht so recht &#8230;</p>
<p>„Den Wagen &#8230; Iss Vorschrift!“</p>
<p>Einen Moment lang sagte keiner etwas.</p>
<p>„W-a-g-e-n, Einkaufswagen &#8230; hierhin. Ich muss da rein gucken!“</p>
<p>„Aber ich habe doch gar keinen Wagen.“</p>
<p>Nun erhob sich die hagere Mittvierzigerin mit dem grauen Perlon-Kittel und blickte über das Laufband. „Und was hast Du nun gekauft?“</p>
<p>AMOS kräuselte die Schafsnase und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Ich bin AMOS, ein gefährliches Piratenschaf und wollte nur fragen, ob Du meine lieben Piratenfreunde gesehen hast.“</p>
<p>„Und im Fell? Was hast Du im Fell?“</p>
<p>AMOS verstand nicht, zuckte aber zusammen, als zweimal geklingelt wurde. Schnell eilte ein nicht sehr großer Weißkittel mit einem lang gezogenen <em>Aaach</em> herbei. „Ach, ach, ach &#8230; die neusten Tricks der südosteuropäischen Ladendiebe? Ein Gruß von der EU-Erweiterung? Aber das haben wir doch schnell.“ Zu der Kassiererin gebeugt: „Ist er schon länger hier?“</p>
<p>Ein paar Tränchen konnte AMOS nicht zurück halten. „Ich bin AMOS, ein gefährliches Piratenschaf. Ich suche doch meine lieben Piratenfreunde – und ich bin Ostfriese, glaube ich jedenfalls &#8230;“</p>
<p>„Und was haben wir geklaut? Na, Deine Flucht endet wohl hier und jeder Diebstahl wird zur Anzeige gebracht. Gleich hier oben steht es schon.“</p>
<p>AMOS sackte zusammen und weinte nun bitterlich. „Ich wollte doch nur &#8230;“ blökte er leise.</p>
<p>„Wollen, wollen – so läuft das nicht. Schon in dieser Woche fehlen uns sechs Flaschen von diesem amerikanischen Whiskey.</p>
<p>„Interessant &#8230;“, die Kassiererin hatte ein Schild aufgestellt mit dem Hinweis, dass man sich hier nicht mehr anstellen sollte. „Interessant ist doch, was den Typen heute alles einfällt, Chef. Vielleicht trinkt er keinen Borbon, dann ist er eben Ablenkungsmanöver und die karren die Kisten gleich zu mehreren raus. Soll ich die Polizei anrufen?“</p>
<p>Der Filialleiter rieb sich die Adlernase: “Nach Vorschrift, Frau Hickenga, immer nach Vorschrift – was denn sonst?“</p>
<p>Ein Passat mit Blaulicht hielt direkt vor dem Eingang. Zwei Herren in modischem grün bahnten sich einen Weg durch die entsetzten Hausfrauen. Die Polizeibeamten umringten AMOS mit vorbehaltlich zwei gezückten Handschellen. Der jüngere meinte anmerken zu müssen, dass die dünnen Beinchen da wohl durch flutschten. Diese Peinlichkeit überspielte der ältere: „Und Du trinkst nun gerne teuren Bourbon?“</p>
<p>AMOS verstand auch diesmal wieder nichts.</p>
<p>Zu seinem Kollegen gewandt: „Wie können wir den denn abführen – und wie bekommen wir denn die Personalien heraus?“</p>
<p>AMOS stampfte mit dem Huf und sagte trotzig : „Ich bin AMOS &#8230; und Ostfriese!“</p>
<p>Die beiden Beamten wandten sich ab, tuschelten. Eine fatale Situation. Besteht Gefahr im Verzug von einem Lamm? Die Flucht wurde ja bereits vereitelt. Diebesgut konnte auch nicht sicher gestellt werden. Und nun? Kleine Kinder kreischten, eine ältere Dame wollte ihm über das niedliche Köpfchen streicheln und ihm bei dieser Gelegenheit die Augenklappe wieder richten. Jemand wollte den Lokalreporter anrufen.  Da kam dem Dienstälteren die erleuchtende Idee!</p>
<p>„Wie kommt ein Piratenschaf in Ihren Supermarkt, Herr Filialleiter?  Das ist doch gegen alle Gesetzgebung, muss ich mal feststellen!“</p>
<p>Ertappt errötete der angesprochene, rang nach Luft, wedelte mit den Armen und wandte sich zur Kassiererin, deren siegessichere Miene nun auch verblasste. „Diese Frage gebe ich gleich an Sie, Frau Hickenga, weiter. Das ist so eine unglaubliche Sache, dass es einer Abmahnung würdig ist. Ich schäme mich im Namen des Vorstandes. Stellen Sie sich nur vor, ein Journalist wollte hier etwas kaufen – per Zufall!“</p>
<p>„Na, amerikanischen Whiskey haben wir ja nicht mehr &#8230;“, stotterte die angeraunzte.</p>
<p>„Und Du, mit Deiner Augenklappe, verschwindest auch mal schnell von hier.“</p>
<p>AMOS wollte noch fragen, ob vielleicht die Polizisten, oder jemand der gaffenden Kunden seine lieben Piratenfreunde gefunden hatten. Er tat es nicht und schlich durch den Ausgang, sah sich noch einmal die Einkaufswagen an, die ja so wichtig zu sein schienen. Als er um die Ecke hoppelte, stolperte er fast über einen Karton mit sechs Flaschen amerikanischen Bourbon Whiskey.</p>
<p>Nur schnell weg hier – und außerdem mochte er ja sowieso viel lieber Kakao.</p>
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