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	<title>AMOS, das Piratenschaf &#187; Schrott</title>
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	<description>Niemals aufgeben - Avalott-Mäh!</description>
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		<title>AMOS und die Begegnung mit dem Wolf</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 08:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[als alles Rock 'n' Roll war]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsschuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Wolf]]></category>
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		<category><![CDATA[vorgealtert]]></category>
		<category><![CDATA[Zunge rausstrecken]]></category>

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		<description><![CDATA[Damals, als Opa Hermann noch ein Kind war und sicherlich nicht das Herzblatt der Nachbarschaft, herrschte noch Zucht und Ordnung. Meinten die meisten jedenfalls.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>von Per Inradi</pre>
<p>„&#8230;Hast du schon einmal einen Wolf getroffen?“</p>
<p>Opa Hermann lachte und band dem gefährlichen Piratenschaf die Augenklappe auf die andere Seite.</p>
<p>„Nein – oder … ja!</p>
<p>Ich hatte damals zur Zeit des Rock ’n’ Roll schon einmal eine Begegnung mit dem Wolf. Alles begann, als ich vom Spielen nach Hause kam und Stimmen aus der Küche hörte.</p>
<p>‚Und was wollen sie nun von meinem Sohn?’</p>
<p>‚Er hat mir die Zunge raus gestreckt. Wollen sie ihn hauen, oder soll ich das übernehmen?’</p>
<p>‚Hier wird niemand verhauen und wieso wissen sie, dass es ausgerechnet mein Sohn war?’</p>
<p>‚Es war einer derer, die immer vor der Halle spielen. Die sehen doch alle gleich aus.’</p>
<p>Günter Wolf, ein vorgealterter Mittdreißiger mit Hornbrille und Jägerhütchen zum fleckenfreien grauen Kittel war Handlanger in einer Firma, die Sägeblätter schliff. Ihn nahm mein Vater wohl nicht für voll. Vor kurzem war er bei der Mutter ausgezogen, weil er nach eigenen Aussagen eine zweite Mutter geheiratet hatte. Vater meinte, dass sie sicher noch älter als seine Mutter war.</p>
<p>Günter Wolf hatte aber auch ein neues Auto der Marke NSU. Dieses polierte er behutsam und hingebungsvoll. Wir Kinder durften nicht näher als zehn Meter kommen, denn dann konnte er fürchterlich toben. Daher hieß er bei uns nur der große böse Wolf, obwohl er nicht ganz so groß war.</p>
<p>Weil mein Vater mich nicht vorbeugend verhauen wollte, setzte er noch eins drauf. ‚Die rufen schon mal großer böser Wolf!’</p>
<p>Nein, das geht ja auch nicht, aber ich durfte nicht mit lachen. Schließlich war ich ja Kind, aber Vater versprach, mehr auf meine Erziehung zu achten und ich ging dem bösen Wolf aus dem Weg, mied den Hof, wenn er akribisch mit stechendem Blick und erregt hechelnd energisch, aber sanft den Lack polierte.</p>
<p>Meine Spielkameraden lugten dann immer um die Ecke und riefen: ‚Scheiß Karre, großer böser Wolf!’</p>
<p>Das Klappern der Arbeitsschuhe, während er meine Kollegen verfolgte, hörte man noch weit.</p>
<p>Einmal saßen wir beim Abendbrot, als Wolf wohl Feierabend hatte und noch eine späte Lieferung Sägeblätter kam. Ein höllisches Knirschen und Scheppern ließ uns zusammen zucken. Günther Wolf stand leise schluchzend neben einem Haufen Schrott, der einmal sein neuer NSU war.</p>
<p>Danach soll er gekündigt haben und niemand sah ihn wieder.“</p>
<p>„Ist er vielleicht in die Politik gegangen?“ fragte AMOS altklug.</p>
<p>„Vielleicht&#8230;“ Opa Hermann goss noch einmal Kakao nach.</p>
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		<title>Opa Hermann und der Kupfertank</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 09:18:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischar Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Kupfer]]></category>
		<category><![CDATA[Kupfertank]]></category>
		<category><![CDATA[Metall]]></category>
		<category><![CDATA[Phosphorbombe]]></category>
		<category><![CDATA[Schienen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagzünder]]></category>
		<category><![CDATA[Schmieriger Erwin]]></category>
		<category><![CDATA[Schrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Krieg konnte man mit Kupfer und anderen Metallen noch richtig Kohle machen. Opa Hermann erzählt AMOS, wie er das früher gemacht hat und wie gefährlich das war. AMOS kapierts natürlich nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von per Inradi</p>
<p>„Opa Hermann, was hast du damals als Kind denn noch mit deiner Bande in der großen Stadt noch so erlebt?“</p>
<p>„Moment – ich lese gerade noch unser Horoskop. Also bei dir steht, dass die Damen dich lieben&#8230; Gut, meine Kindheit.</p>
<p>Also in den Fünfziger Jahren war man anders zu Kindern – und Piratenschafen – wie heute. Wir bekamen kein Taschengeld, hatten aber trotzdem unsere Wünsche. Folglich sammelten wir Schrott, den wir in einem Eimer immer zum <em>Schmierigen Erwin</em> schleppten. Es war ein kugeliger Mann mit speckigem Jägerhüttchen und einem fürchterlich verschmierten, eng sitzenden grauen Kittel. Bei jeder Lieferung jammerte er, dass das doch wohl geklaut sei und gab uns ein paar Groschen.</p>
<p>Unser Jagdgebiet waren die Schienen vor dem großen Hauptbahnhof. Dort fuhren die Züge langsam und verloren schon mal etwas aus Metall. Oft versuchten wir auch, die bildschönen Rücklichter aus der Verankerung zu ziehen, was uns aber nie gelang. Aber regelmäßig wurden wir weggejagt, weil wir selbst die absoluten Gefahren nicht einschätzen konnten.</p>
<p>Und einmal entdeckten wir am Bahndamm einen Tank aus Kupfer. Mann, waren wir glücklich. Das gab richtig Geld. Wir jubelten. Auf zwei Rollern und zu viert brachten wir diesen wertvollen Fund über Bordsteine und Kreuzungen über 6 km zum <em>Schmierigen Erwin</em>.</p>
<p>Dieser lag hinter seiner Hütte und schrie, dass wir verschwinden sollten.</p>
<p>‚Nichts da! Mindestens fünf Mark wollten wir haben!’ Er hatte uns schon zu oft über den Tisch gezogen. ‚Fünf Mark! Mindestens!’ brüllten wir zurück.</p>
<p>Es dauerte nicht lange, da kamen zwei Polizeiwagen mit jeweils zwei Polizisten auf das Gelände gestürmt und wir ergriffen enttäuscht die Flucht. Traurig kehrten wir in der anbrechenden Dunkelheit heim und wurden von den Eltern gehörig ausgeschimpft.</p>
<p>Tags darauf kam ein Bandenmitglied und berichtete, dass der Polizist des Viertels sagte, vier Schwachköpfe hätten dem Schmierigen Erwin eine Phosphor-Bombe mit intaktem Schlagzünder aus dem Krieg gebracht und der Beschreibung nach müssten wir das gewesen sein.“</p>
<p>AMOS hatte gespannt gelauscht: “Und die war keine fünf Mark Wert, obwohl sie aus Kupfer war?“</p>
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